Es ist kein Zufall, daß Fulbert Steffensky jetzt im Alter den Menschen am meisten zu sagen hat. Er ist weit herumgekommen auf seinem Lebensweg, vom traditionell-katholischen Dorf über das Kloster zum politischen Nachtgebet beim evangelischen Kirchentag usw., und die Erfahrungen aus den verschiedenen Stationen dieses Weges kommen in seinen Gedanken zusammen, und heraus kommt etwas, was man wohl mit Weisheit bezeichnen kann. Kein Berg von Wissen, keine komplizierten Gedankengänge, sondern nachvollziehbare, persönlich gefärbte Überlegungen, die in wenigen, oft überraschenden, Sätzen die Sache auf den Punkt bringen und neue Horizonte eröffnen. Steffensky spricht (seine Texte haben immer etwas von gesprochener Sprache an sich) meist sehr persönlich, und gerade so hat er etwas für alle zu sagen.
Die verschiedenen Beiträge dieses Bandes sind laut Vorwort zumeist für Radiosendungen und Vorträge entstanden. Leider sind die konkreten Anlässe und die Entstehungszeit nicht angegeben. Sie sind hier zusammengestellt unter dem Stichwort "Spiritualität", ein Modewort, das der Autor eigentlich nicht mag; aber er nimmt das darin liegende Anliegen auf und versucht es, - als "Schwarzbrot" - in den Alltag hineinzuholen. Da das Buch eine Sammlung ist, ist der Zusammenhang mit dem Titelthema teilweise nur lose (z.B. geht es auch um "Christsein ohne die Juden zu schmähen"); gerade so beschert es ihm aber auch ungeahnte Facetten.
Ein Buch, das zum Lesen einlädt, denn die einzelnen Beiträge sind kurz, gut verständlich und sprachlich gelungen. Auch vom Äußeren her ist das Buch schön gestaltet, handlich, mit einer schönen, nicht zu kleinen Schrift und festem Einband. Der ist sinnvoll, denn wer es hat, wird es nicht nur einmal lesen