Schwarz, weiß, tot
Die deutschen Cartoonzeichner werden immer mehr. Ralph Ruthe, Walter Moers, Joscha Sauer aber auch Stripzeichner wie Flix und Naomi Fearn sind populär wie nie, und ergattern regelmäßig die Preise der Szene. In dieser Liga definitiv angekommen ist Lapinot (Bastian Baier). Dem 29jährigen gelang 2009 mit Robert Mühlich zusammen ein Überraschungserfolgt, als man für "Der Schicksalsgnom" den ICOM-Independent-Comic-Preis für herausragendes Artwork gewann.
Diesen Stil hat Lapinot beibehalten, und legt mit "Schwarz, Weiss, Tot" einen rabenschwarzen Cartoonband vor. Die schwarzweißen Zeichnungen werden nur durch kleine rote Passagen unterbrochen, die bestimmte Teile der Zeichnungen betonen. Thema ist fast ausschließlich alles, was morbide ist. Kettensägenmörder, Monster, Tod und Teufel sind der Stoff, aus dem dieses Werk ist. Dabei wildert Lapinot im Bereich von Joscha Sauer, der mit "Nicht lustig" die Meßlatte hoch angelegt hat. Doch Lapinot bleibt seinem Stil treu (Kennzeichen: kurze schmale Beine) treu, und feiert ein Fest der makabren Späße.
Mir persönlich hat der Band viel Spaß gemacht, wenn gleich auch eine durchgehende Geschichte wie bei "Der Schicksalsgnom" bevorzugt hätte. Genug interessante Figuren wie z.B. den Kettensägenmörder bietet der Band. Mehr davon!
Man kann Comicgate nur gratulieren, das sie zum 10jährigen Jubiläum diesen feinen Band herausgebracht haben. Von Lapinot werden wir mit Sicherheit noch viel hören.