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Schwarz auf Rot. Oberinspektor Chens dritter Fall
 
 
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Schwarz auf Rot. Oberinspektor Chens dritter Fall [Gebundene Ausgabe]

Xiaolong Qiu , Susanne Hornfeck
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 3 (8. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552053514
  • ISBN-13: 978-3552053519
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 171.211 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Xiaolong Qiu
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich sollte sich Oberinspektor Chen persönlich um den Mord an einer Dissidentin kümmern, doch er weilt im Urlaub. So übernimmt in Schwarz auf Rot Hauptwachtmeister Yu den Job, der schnell zu einem Politikum zu werden droht.

Die Schriftstellerin und Regimekritikerin Yin Lige wird in ihrem Zimmer in einem heruntergekommenen Shanghaier Mietshaus ermordet. Es handelt sich um einen Kriminalfall von hoher politischer Brisanz, beobachten die westlichen Medien doch sehr argwöhnisch den Umgang der chinesischen Behörden mit der Opposition. Oberinspektor Chen sieht sich dennoch nicht in der Lage, die Ermittlungen zu übernehmen. Er hat seinen lange fälligen Urlaub genommen und beschäftigt sich im Auftrag des Unternehmers Gu mit der lukrativen Übersetzung eines Hochglanzprospekts für dessen Bauprojekt „New World“ ins Englische. So sieht Hauptwachtmeister Yu eine neue Chance gekommen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Seine Nachforschungen ergeben, dass kaum ein Bewohner des Mietshauses gut auf Yin zu sprechen war, Feinde hatte sie offenbar genug. Die ehemalige Rotgardistin, die während der Kulturrevolution zur Umerziehung aufs Land geschickt worden war, hatte dort den verfemten Literaturwissenschaftler und Autor Yang kennen- und lieben gelernt. Nach Yangs Tod hatte sie dessen Werke eifersüchtig gehütet und selbst den vielbeachteten Roman „Tod eines chinesischen Professors“ veröffentlicht. Hatte der Mord an Yin politische Gründe oder hatte der Täter versteckte Ersparnisse im Zimmer der Autorin vermutet? War der Mörder ein Nachbar oder ein fremder Eindringling? Yu tappt zunächst im Dunklen, aber seine Beharrlichkeit und die Literaturkenntnisse seiner Frau Peiqin bringen ihn der Lösung des Falls näher. Doch erst Chen, der sich mit schlechtem Gewissen doch noch einmischt, bringt den Durchbruch.

Hatte sich der in den USA lebende Qiu in Tod einer roten Heldin und in Die Frau mit dem roten Herzen bereits mit der jüngsten Vergangenheit und dem Verhältnis Chinas zum Westen beschäftigt, thematisiert er hier die inneren Konflikte seines Heimatlandes auf dem Weg zum modernen Industriestaat. In der Person von Qius Held Chen manifestiert sich die Zerreißprobe des Landes zwischen Tradition, Kommunismus und staatlich gefördertem Kapitalismus. Zwar werden wir auch nach der Lektüre des dritten und wiederum hervorragenden Romans von Qiu Xialong nicht definitiv wissen, wie China wirklich „tickt“, aber wir erhalten eine Ahnung von den ungeheuren Problemen, mit denen sich diese nun auch wirtschaftliche Weltmacht auf ihrem Weg in die Moderne konfrontiert sieht. --Ulrich Deurer

kulturnews.de

Oberinspektor Chen erhält ein lukratives Angebot, mit dem er ausgesorgt hätte: Für den Großkapitalisten Gu soll er die Projektbeschreibung zu einem riesigen Neubaukomplex in Shanghai ins Englische übersetzen. Doch dann geschieht ein Verbrechen: Die Ermordete galt als Dissidentin, die einen zur Landarbeit verdonnerten Dichter geliebt hatte, und nach dessen Tod selbst einen Roman schrieb, der schnell verboten wurde. Das bringt Chen auf eine literarische Fährte, von der ihn Gus bezaubernde Sekretärin „Weiße Wolke" ablenken will. Also löst Hauptwachmeister Yu den Fall fast allein. Auch das macht den dritten Krimi um (den leider ziemlich abgelenkten) Inspektor Cheng leider zum bislang schwächsten. „Schwarz auf Rot" ist zwar fremdartig-schön, aber zu kompliziert gestaltet sich das Beziehungsgeflecht der Verdächtigen, und zu langatmig ist die Auflösung, die dann schon nicht mehr richtig interessiert. Immerhin fallen viele Lebensweisheiten wie „Die Politik kann sich an einem Tag dreimal ändern", was sich ja auch hierzulande gerade bestätigt. (kb)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Yin & Yang 20. August 2005
Format:Gebundene Ausgabe
die Kritiken des letzten Buches "Die Frau mit dem roten Herzen" waren gegenüber dem ersten Buch "Tod einer roten Heldin" weit weniger gut. Dies kann man m.E. nur mit dem verwöhnten Geschmack der Krimirezensenten erklären, die dieses Genre in seinem ganzen Ausmass kennen und bedingen. Bei dieser Bewertung fallen aber leider die vielen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Aspekte und Details über das neue und alte China unter den Tisch. Für Leser, die über den Tellerrand der Kriminalliteratur hinausblicken, ein allemal lohnendes Objekt.
Mit diesem dritten Buch bringt Qui Xiaolong wieder einmal mehr den spannenden gesellschaftlichen Eintritt in die aktuelle chinesische Realität, bei dem der Mordfall an einer Dissidentin und ehemaligen Rotgardistin Yin nur der roten Faden darstellt.
Überragend sind für mich die immer wieder eindrücklich geschilderten Details aus allen Bereichen des Lebens, analog der chinesischen Philosophie des Yin & Yang. Aber auch der Mordfall an sich wird fachmännisch geklärt. Für mich liegt dieses Buch ob der Andersartigkeit zum gewohnten Krimigenre bei vollen 5 Sternen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der dritte Roman um Oberinspektor Chen im China der 90er Jahre ist der bislang politisch kritischte Roman in dieser Reihe.

DIE STORY:

OBERINSPEKTOR CHEN läßt sich von dem Geschäftsmann GU "überreden", eine Projektbeschreibung für ein geplantes großes kommerzielles Bauvorhaben in Shanghai, für das internationale Investoren und Banken gefunden werden sollen, ins Englische zu übersetzen. Hierfür soll er ein fürstliches Honorar bekommen (wahrscheinlich schwarz?). Um den Auftrag termingerecht erfüllen zu können, läßt CHEN sich beurlauben. Während der Übersetzungsarbeit wird CHEN von GU reichlich mit weiteren Annehmlichkeiten "unterstützt" so wird ihm unter anderem für diese Zeit eine Sekretärin - "Weiße Wolke" - an die Seite gestellt und gibt es einiges an "Zusatzausstattung" für sein Appartment.

Demgegenüber ist die HAUPTWACHTMEISTER YU und seiner Familie am Ende von DIE FRAU MIT DEM ROTEN HERZEN zugesprochene Wohnung wieder aberkannt worden. Verantwortlich hierfür war angeblich ein erforderlich gewordener Ausgleich von Verpflichtungen staatlicher Betriebe. So recht glauben mag diese Begründung indes niemand.

Dann geschieht ein Mord. Weil OBERINSPEKTOR CHEN nicht greifbar ist, wird HAUPTWACHTMEISTER YU von PARTEISEKRETÄR LI mit den Ermittlungen für die Spezialabteilung beauftragt; immerhin handelt es sich um eine politische Tat, weil YIN LING, das Opfer, eine Dissidentin war. Sie hat YANG, einen kritischen - in Zeiten der Kulturrevolution als Kapitalist (sog. Schwarzer) eingestuften - zur Landarbeit verdammten Dichter geliebt. Nach dessen Tod hat sie einen Roman veröffentlicht, der autobiographisch aufzeigt, wie jemand wie YANG unter der Herrschaft der "Roten" zu leiden gehabt hat.

Ermordet wurde YIN in ihrem kleinen Zimmer in einem shikumen-Haus, einem zweistöckigen Mehrfamilienhaus, in dem üblicherweise etwa 12 Familien leben. Wegen der räumlichen Enge konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Bewohner dieses Hauses. Nachdem sich zwei Tatverdächtige herauskristallisiert haben, kommt es dann doch zu einer unerwarteten Auflösung mit einem Täter, der aus einem Motiv in bester "kapitalistischer Tradition" heraus die Tat begangen hat

FAZIT:

Für mich ist dies wieder ein faszinierender Roman von XIAOLONG. Mehr noch als bei den beiden Vorgängerromanen um OBERINSPEKTOR CHEN liegt der Reiz dieses Buches weniger in der Lösung des Kriminalfalls, als in der Schilderung der sozio-politischen Umstände im China der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wobei sowohl das Exotische als auch die - schon fast augenzwinkernd-ironisch rübergebrachte - Schilderung der Widersprüche eines sich als sozialistisch deklamierenden Staates, der zunehmend kapitalistischen Verhaltensregeln folgt, den besonderen Lesereiz ausmacht. So deutlich kritisch und entlarvend war XIAOLON in den beiden vorangegangenen CHEN-Romanen nicht. Und genau das ist es, was dieses Buch ausmacht. Es ist eben kein klassischer Kriminalroman sondern eher eine Reflexion der Veränderungen in der dem Autor (wohl doch noch) am Herzen liegenden "Heimatstadt", wie dies z.B. den meisten hervorragenden Kriminalromanen von MANUEL VÁZQUES MONTÁLBAN innewohnt.

Die 4 Sterne beziehen sich also nicht auf die Qualität als Genreroman. In dieser Kategorie wären wohl lediglich 3 Sterne angebracht. Die 4 Sterne verdient der Roman aufgrund seiner authentischen Darstellung einer für uns nur schwer begreifbaren Kulzur und seiner schonungslosen Offenlegung der dort anzutreffenden politischen Widersprüche.

Wie immer deshalb viel Spaß beim Nachlesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Etwas für Fans 6. März 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Nach der Lektüre von "Tod einer roten Heldin" machte ich mich mit Spannung an dieses Buch. Doch letztere wollte nicht so recht aufkommen. Die Kriminalgeschichte plätschert so ganz ohne interessante Höhepunkte dahin und erhält am Schluß eine sehr simple und vorhersehbare Wendung. Die Verhaftung sozusagen im Vorbeigehen erledigt, das Geständnis als Dessert serviert. Interessant wird es allerdings wieder, wie seine Vorgänger, durch die detaillierte Beschreibung der chinesischen Gesellschaft nach der Öffnung zum Westen und der damit verbundenen Kommerzialisierung. Sehr anschaulich sind hier wieder die innergesellschaftlichen Spannungen beschrieben, die dieser Umschwung hervorgebracht hat und dessen Auswirkungen auf das einfache Volk.
Dieser Krimi ist also nur etwas für Fans, zu denen ich mich mittlerweile aber auch zähle!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Schwarz auf Rot: Oberinspektor Chens dritter Fall
Muss man mögen und wollen- für mich ein gutes Buch! Geistreich, gute Stilsichere Sätze und Zusammenhänge.
Vor 22 Monaten von Angelika Miedtank veröffentlicht
Schwarz auf Rot
Für meine Begriffe nicht ganz so stark wie der Tode einer roten Heldin
auf jeden Fall lesenswert.
Veröffentlicht am 18. Juni 2009 von Margarethe Meschwitz
Dritter für für Oberinspektor Chen Cao und Hauptwachmeister...
"Schwarz auf Rot" (dtv 20964 - "When Red is Black", 2004) ist nach "Tod einer roten Heldin" (dtv 20740 - "Death of a Red Heroine", 2000) und "Die Frau mit dem roten Herzen" (dtv... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Februar 2007 von Ewald Judt
Viel mehr als nur ein Krimi
Die Geschichte um die in einem in einem Shanghaier Shikumen-Haus ermordete Yin bildet eigentlich nur den Rahmen für einen tiefen Einblick in chinesische Philosophie,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Februar 2007 von Robert Miehle
Gediegene chinesische Langeweile mit einem Hauch Krimi
Mit großem Interesse hatte ich die zuvor erschienenen Bücher um Oberinspector Chen gelesen und wartete gespannt auf den dritten Band der Reihe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2007 von Cecilie
Shanghai, 16 Millionen Stadt wie sie lebt!
Ein wunderbarer Roman, weniger ein Krimi. Und so sind sie halt, die kleinen Chinamänner und Frauen. Fröhliche, liebenswerte Menschen, eben "wie du und ich". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2006 von Lesemäusin
Eine ganz andere Sache
Diesen Krimi von Qiu Xiaolong zu lesen nach Derek Raymonds Roter Nebel ist einer Rehabilitationsmaßnahme ähnlich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. November 2006 von Heinz Herbert
yin&yang
die Kritiken des letzten Buches "Die Frau mit dem roten Herzen" waren gegenüber dem ersten Buch "Tod einer roten Heldin" weit weniger gut. Dies kann man m.E. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juni 2006 von RobertoFfM
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