Inhalt:
Suzanna, eine Balletttänzerin aus London, die durch ihre Knieverletzung ihre Karriere auf Eis legen musste, mietet ein altersschwaches Cottage am Rande eines kleinen Dorfs in Irland. Dort will sie ihr einst glamouröses Leben neu sortieren, das sich nun glanzlos und wie ein Scherbenhaufen vor ihr ausbreitet. Schon bei ihrer Ankunft erhält ihr Plan den ersten Dämpfer, denn der Zustand des Cottages gleicht einer mittelschweren Katastrophe. Hinzu kommen seltsame Lichter, die nach Einbruch der Dämmerung durch ihren Garten huschen und unzuordenbare Geräusche, die dem Haus zu dem ungemütlichen Zustand ein unheimliches Flair verleihen.
Aber Suzanna wäre nicht Suzanna, wenn sie nicht dennoch die Ärmel hochstreifen und kräftig anpacken würde, während sie alle merkwürdigen Vorkommnisse erstmal großzügig ignoriert. Als sie dann jedoch einen scheinbar verrückten Mann in ihrem Vorgarten antrifft, der sie massiv bedrängt, nachdem sie eine hübsche Blume ausgerissen hat, ist Schluss mit Ruhe und auch Schluss mit Lustig. Wer ist dieser Brandon Cnocach wirklich? Und ist der attraktive Mann tatsächlich so verrückt, wie zuerst angenommen oder steckt hinter seiner seltsamen, undurchschaubaren Art doch etwas ganz anderes? Etwas, das womöglich alles übersteigt, was sich Suzanne in ihren schrecklichsten Träumen auszumalen wagt?
Einschätzung:
Mit "Schwanentanz" ist Jean Francis (Jennifer Benkau) ein außergewöhnlicher Dark Romance Erotikroman gelungen, der immer wieder für atemlose Spannung, aber auch für das richtige Maß an Wirrungen und Empörung sorgt. Wer hier vordergründig nach Romantik und Herzschmerz sucht, wird vielleicht enttäuscht werden. Wer eine spannende Geschichte lesen möchte, die mit dunkler Leidenschaft, starken Persönlichkeiten und einer Idee, die ich so noch nicht gelesen habe, daher kommt, ist hier genau richtig.
Mit der Sídhefürstin Cara präsentiert die Autorin eine Antagonistin, die erbarmungslos über ihre Krieger, die gleichzeitig als Lustknaben für sie dienen, herrscht und über sie verfügt, wie es ihr gerade passt. Dass solche Szenen natürlich für Augenzukneifen sorgen, ist klar, denn Cara hat nicht einen netten oder freundlichen Wesenszug, sondern führt ihr Regime mit eiserner Hand. Doch genau das macht die Geschichte für mich so glaubwürdig und ich fieberte und litt mit Brandon und seinem besten Freund Aiden mit, wenn Cara wieder einmal ihre Krallen ausfuhr.
Brandon ist anfangs undurchschaubar. Er ist ein Opfer und dennoch eine starke Persönlichkeit. Nur widerwillig fügt er sich in sein Schicksal und lässt dabei nichts unversucht, Cara zu entkommen. Dabei sollte er auch noch das Versprechen seinem besten Freund Aiden gegenüber einlösen, dessen jüngeren Bruder aus den Fängen Caras zu befreien, bevor sie ihn ganz für sich einnehmen kann. Eine Aufgabe, die zuerst unlösbar scheint. Bis Suzanna kommt und sich für Brandon stark macht. Suzanna lockert mir ihrer teils zynischen und sarkastischen Ader die Geschichte immer wieder auf. Auch sie ist eine starke Frau, der das Herz auf dem rechten Fleck schlägt. Für Brandon, den sie mit der Zeit mehr als nur liebgewinnt, ist sie bereit, alles zu opfern und sich sprichwörtlich in die Schlangengrube zu wagen.
Neben Brandon und Suzanna schließt man auch Aiden schnell ins Herz und auch die Gnome sowie drollige Dorfbewohner sorgen für Abwechslung und heitere Auflockerung der insgesamt eher düsteren Geschichte. Aber auch der Schreibstil der Autorin, der verspielt und angenehm leichtfüßig durch die Seiten führt, lockert das Geschehen auf und so darf man sich auf eine dunkle, leidenschaftliche und spannende Story gefasst machen, die atemlose Lesestunden garantieren.
Fazit:
Mit "Schwanentanz" legt Jean Francis sicherlich keine allzu leichte Kost vor, die es so oder anders schon mal gab, sondern überzeugt mit neuen, frischen Ideen und charakterstarken Figuren, die den Leser schnell in den Bann der Geschichte ziehen. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten und ich hoffe, dass vielleicht in einem weiteren Teil auch Aiden sein Glück finden darf. (PH)