Ja...genau so sollte ein Krimi in Hörbuchversion sein. Jedenfalls einer, der mir gut gefällt. Hakan Nesser gilt als sachlicher, gut recherchierender Autor im Krimi-Milieu. Die starke Realitätsnähe zeichnet seine Geschichten aus. Dazu kommt Nessers Fingerspitzengefühl, wenn es darum geht, eine Figur mit Leben auszustatten. Sein altgedienter Ex-Polizist und Hauptkommisar Van Veeteren ist dafür ein Paradebeispiel. Eines, an dem sich viele andere Krimiautoren gern ein Beispiel nehmen dürfen...
Eine Frau verschwindet, ein Mädchen wird vermisst, ein Priester wird überfahren. Der Tod scheint in Maardam umzugehen. Das bestätigt sich schnell, als die Leichen der Frauen gefunden werden. Van Veeteren wird von seinen ehemaligen Kollegen gebeten, sich ein wenig in den Fall einzumischen. Schließlich hatte er zu dem getöteten Priester Kontakt. Die erste Spur führt in die Sparte der Kontaktanzeigen. Das sie heiß ist, beweist der Umstand, dass eine weitere Frau vermisst wird. Es scheint keine weiteren Anhaltspunkte in dem Fall zu geben. Der Täter nutzt Namen, die er literarischen Figuren entliehen hat. Das ist natürlich Van Veeterens Fachgebiet, schließlich betreibt er, seit er dem Ruhestand frönt, ein Antiquariat. Und so nimmt Van Veeteren mit Hilfe von Eva Moreno, Reinhard und Münster die Ermittlungen auf. Van Veeteren findet die Nadel im Steckhaufen und folgt ihrer Spur zum Täter. Das erweist sich jedoch als ziemlich gefährlich...
Hakan Nesser kann es einfach. Kein großer Klamauk, keine hanebüchenen Methoden, kein Schnickschnack und kein High Tech Einsatz. Hier wird ermittelt, wie es sich gehört. Das ist unterhaltsam, extrem spannend, witzig und lehrreich. Wenn dieser Stoff dann noch von Dietmar Bär vorgelesen wird, dann bleibt für mich nur ein Urteil: Perfekt!