Grafik und Lyrik im Konzept der Gegenüberstellung, der Konfrontation von individueller und globaler Welt, von Globalisierung des Individuellen in phrasalen Sinnsynkopen, die dem Leser-Betrachter die Chance zur Zentrierung im Wort des Dichters auf sich selbst gibt. Das ist die Lyrik von Hartmut Brie, die man nicht erst in diesem Band seiner Lyrik findet. Aber auch hier ist es wie eine Anreicherung, die erst im Negativ des Geschriebenen entsteht, also den Leser braucht, der dem Ganzen Leseprozess seinen eigenen Sinn gibt, damit sich dieser in ihm offenbare. Bries Welt ist damit nur die Welt der Andeutungen.
Hartmut Bries Gedichte tragen in starkem Maße den Charakter, Bedeutungswelten aufzuschließen, aber immer mit dem Moment, dass der Leser selbst erschließen muss, selbst bedeutungsmäßig kreativ ist. Insofern haben mich Bries Gedichte immer schon fasziniert, sehr gefallen. Ich kann und muss daher dieses Buch wie seine anderen empfehlen.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.