In diesem Krimi werden viele Klischees bedient: Der erfolgreiche Manager, der ausschließlich über Leichen geht und nur seinen geldlichen Vorteil sieht, und die Sekretärin des Firmeninhabers, die zumindest ein wenig in diesen verliebt zu sein scheint, sind hier genauso zu finden wie verlassene Liebhaberinnen und eine betrogene Fast-Ehefrau. Selbst die italienische Mafia muss herhalten ' und das ausgerechnet bei den schwäbischen Maultaschen, die nicht immer die Füllung haben, die sie eigentlich haben sollten. Und natürlich gehört die Maultaschenfabrik nicht nur dem Ermordeten Christian Fitterling, sondern zur Hälfte auch seinem Bruder Michael. Während der Ermordete die Fabrik gerne an einen italienischen Großkonzern verkaufen möchte, fühlt sich Michael dem Familienbetrieb verpflichtet und möchte die Fabrik auch als solchen weiterführen.
Die Verbindung zum Großprojekt "Stuttgart 21" ist ziemlich weit hergeholt. Darüber hinaus wird dieses komplexe Thema sehr einseitig dargestellt, wodurch der Verdacht entsteht, dass den Krimilesern eine bestimmte Meinung zu diesem Thema aufgedrängt werden soll. Sofern dies das Motiv des Autors war, ist deutlich zu sagen, dass ein Krimi dazu nicht benutzt werden sollte.
Vergeblich wartet man in diesem Buch darauf, dass wirklich Spannung aufkommt. Zu viele, teilweise unverständliche Einzelaktionen verwirren mehr als dass ein roter Faden in der Geschichte zu erkennen ist. Für einen wirklich spannenden Krimi enthält dieser zu viele Nebenkriegsschauplätze, die das Lesen eher behindern als es zu fördern.
Schade, aber die bisherigen Krimis in der Schwabenkrimi-Reihe waren deutlich besser. Da helfen dieses Mal auch die Ausflüge in die schwäbische Geschichte nicht mehr. Und auch die Ausführungen zur bisher ungeklärten Frage, ob die Maultaschen deshalb entstanden sind, weil Hausfrauen ihre Reste aus der Küche verwerten oder ob einfach Mönche auch in der Fastenzeit ihren Hunger auf Fleisch stillen wollten, können die Qualität dieses Buches nicht deutlich steigern.