Ich fand das Buch besser als den letzten Band "Rauhnacht", was meines Erachtens vor allem daran liegt, dass man Langhammers Figur wieder ziemlich aus der Handlung rausgenommen hat. Jedoch kommt der Roman bei weitem nicht an die ersten 4 Bände ran, die ich samt und sonders großartig fand.
Im "Schutzpatron" soll also ein Schatz gestohlen werden und Klufti soll den Coup verhindern. Diese an und für sich schlüssige Handlung wird durch sehr sehr viele Einschübe und Nebenhandlungen zigmal unterbrochen. Die Einschübe schildern die Aktionen der "Gegenmannschaft", die den Schatz stehlen will. Und diese detailliert geschilderten Planungen und Aktionen waren mir ehrlicherweise zu langatmig - nach dem ersten Drittel des Buchs habe ich diese Einschübe einfach überblättert. Sie sind auch für die Handlung des Buchs und die Aufklärung des Falls meiner Meinung nach völlig unerheblich. Durch das Überspringen der Zwischenhandlung fand ich das Buch dann schön und lustig zu lesen.
Schön gemacht ist, dass die Aktionen der Diebe in einer anderen Schrift gedruckt sind; man kann sie so leichter rauslesen oder eben auch überspringen.
Nun zu Klufti selbst: Er ist ein Eigenbrötler. Wissen wir. Er steht mit der Technik auf Kriegsfuß. Wissen wir auch. Aber warum stellen die Autoren ihn mittlerweile als total vertrottelten, unhöflichen Geizknochen ohne jedes Rückgrat dar? Mir kann keiner erzählen, dass ein Polizist im höheren Dienst noch nie was davon gehört hat, dass es im Flugzeug eine Begrenzung des Gepäckgewichts gibt. Oder dass man Flüssigkeiten nicht mit in die Kabine nehmen darf. Auch sein trotteliger Umgang mit Smartphones oder seine Art, mit dem Diebstahl seines Autos umzugehen ist vollkommen unglaubwürdig. Auf der anderen Seite kuscht er vor seiner Frau und lässt sich von ihr vor Langhammers zum Deppen machen. Ich warte von Band zu Band drauf, dass Klufti mal nicht alles mit sich machen lässt, was ihm gegen den Strich geht, sondern auf den Tisch haut und sich endlich mal durchsetzt.
Die Art, wie er mit seiner Sekretärin bzw. mit der japanischen Freundin seines Sohnes umgeht, ist nur noch peinlich zu nennen und gehört eigentlich aus dem Buch gestrichen.
Also: Liebe Autoren, ich empfehle Euch, lest Euch mal Eure ersten Kluftinger-Bücher nochmal durch. Und wenn ihr verinnerlicht habt, warum diese Romane so klasse sind, dann setzt Euch an den nächsten Kluftinger. Erst dann, und bitte keine Minute früher.