Der Autor hat sich redlich bemüht, einen existenzialistischen Roman in der BRD der Neunziger Jahre zu platzieren. Allein dieses Anliegen ist schon beachtlich, schade nur, dass Kubjuweit auf halber Strecke stehen geblieben ist. So ist das Werk nicht ganz Fisch und nicht ganz Fleisch. Zu schwer für die Urlaubslektüre am Strand und zu leicht für dunkle Wintersonntage. Der Zusammenhang zwischen der (Ex-) Freundin von Lukas, die aus Indien stammt und deren Familie irgendwie moslemisch ist und dem Verlangen, den Serbenführer Karadzic in Genf zu erschießen wirkt etwas konstruiert. Die Schilderungen, wie ein Zivi sich eine Schußwaffe und das dazu nötige Training aneignet und dabei auf allerhand merkwürdige Typen und Situationen trifft ist dagegen recht gelungen.