Pelecanos schreibt seit einem guten Jahrzehnt rüde und gleichzeitig anrührende Krimis aus Washington DC, in dessen Gesichte er sich so sicher bewegt, wie James Ellroy in der von LA.
In den USA hat er mittlerweile Kultstatus, in Deutschland ist er zu Unrecht noch unbekannt. Das liegt wohl auch daran, dass er schnörkellos, hart und ohne die oberlehrerhafte Larmoyanz der so beliebten Schwedenkrimis schreibt und seine toughen, traurigen Helden natürlich nicht für jedermann leicht zugänglich sind.
Das gilt ganz besonders für Terry Quinn, einen weißen Polizisten, der bei einem Einsatz versehentlich einen schwarzen Zivilfahnder getötet hat. Der zuständige Untersuchungsausschuss hat ihn zwar von jeder Schuld freigesprochen und ihm gesagt, er habe "right as rain" (so der - bessere - Originaltitel) gehandelt, aber Quinn vermag nicht so einfach mit dem Todesfall umzugehen. Zusammen mit dem schwarzen Privatdetektiv Derek Strange rollt er die Umstände der tödlichen Schießerei noch einmal auf...
Das Großartige an Pelecanos' Roman ist, dass er sich einfachen Lösungen verweigert: Natürlich finden Quinn und Strange heraus, dass der Schusswechsel auf sorgfältiger Planung beruhte und dass es bisher unbekannte Hintermänner gab. Doch am Ende steht für Quinn nur eine Erkenntnis: "Er wußte nun, dass er mit dem Wissen leben mußte, einen Menschen nur seiner Hautfarbe wegen getötet zu haben."