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Schundroman
 
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Schundroman [Taschenbuch]

Bodo Kirchhoff
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 315 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (Dezember 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596160758
  • ISBN-13: 978-3596160754
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Bodo Kirchhoff
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Charles Willefords Miami Blues habe ihn zu der Gangsterstory mit dem zufälligen Opfer auf einem Flughafen inspiriert. Das "Sizilianische unseres Literaturbetriebs", so der Autor, bewirkte schließlich, "dass jenes Anfangsopfer nur der Pate selbst sein kann". Erklärungen im Vorwort. Bodo Kirchhoff wirkt vergrätzt. Martin Walser hatte die Nase vorn. Spätestens seit dessen skandalumwittertem Schlüsselroman Tod eines Kritikers kennt man den Namen jenes "älteren Herrn mit weichem Mund und Eulenaugen" (Kirchhoff), der in diesem Sommer nun schon zum zweiten Mal ins literarische Jenseits befördert wird. Kirchhoffs Verlag hat sich entschlossen, den Roman vorzuziehen. Der Erfolg scheint vorprogrammiert -- ist aber auch ein großer Roman dabei herausgekommen?

Im Schundroman segnet der Ahnungslose, Louis Freytag genannt, passenderweise an einem Buchstand am Frankfurter Flughafen das Zeitliche. Ein Betriebsunfall nur, verursacht durch den aus Manila eingereisten Auftragskiller Willem Hold, der einen Frankfurter Großkopferten kaltmachen soll. Dummerweise hat sich der Schweigsame mit dunkler Vergangenheit und Uhrentick auf dem Nachtflug in seine Sitznachbarin, die Edelnutte Lou Schultz, verknallt. Die kühle Dame hat selbst Dreck am Stecken, ist doch kurz zuvor ein reicher Freier während des Liebesspiels unter ihr weggestorben, nicht ohne ihr einen wertvollen Picasso vermacht zu haben. Am Airport lauern nun die gierigen Erben in Gestalt einer gebrochenen Detektivfigur. Eilig inszeniert der versierte Hold, um Lou entkommen zu lassen, ein Ablenkungsmanöver. Was lediglich als Nasenstüber gedacht war, schickt den unschuldigen Kritikerpapst Freytag jedoch für immer auf die Bretter. Der Literaturbetrieb kocht. Und das kurz vor der Buchmesse!

Routiniert spult Kirchhoff seinen Plot herunter. Hammett und Chandler, fröhlich vereint mit den skurrilen Gewaltfantasien eines Tarantino. In einer wahren Blutorgie erschießt der weltmüde, einsame Wolf Hold in einem Frankfurter Nobellokal prompt den Falschen. Von nun an mischt der angeschossene Killer die halbe Mainmetropole auf, unterbrochen nur von freizügig geschilderten Liebesnächten in neonbeleuchteten Hotelzimmern, in denen er Lou seine einsilbigen Lebensweisheiten aus gefährlich gehobenem Mundwinkel entgegenquetscht. Kein Klischee aus dem Fundus der rauen Kerle dieser Welt bleibt bei dem Macho-Experten Kirchhoff ungedruckt.

Sehr bald jedoch ufert das, was als Pulp-Fiction-Verschnitt passabel begann, in den Niederungen des bundesrepublikanischen Kulturbetriebs ins Absurde aus. Killer Hold verschlägt es auf die Buchmesse, Kirchhoff hat endlich sein Thema. Hassobjekte wie Michel Houellebecq, als Sensationsautor Ollenbeck des Kritikermords verdächtigt, werden ebenso abgewatscht wie Konkurrent Walser selbst, dieser "von Freytag gedemütigte, ältere Schriftsteller". Schnell finden wir uns auf der Ebene von ZDF, Fruchtzwergen, Beckmann und Biolek wieder. Deutsche Leser werden jede Menge Schlüssellochblicke genießen dürfen. Selbst Verona Feldbusch darf als frigide Sexautorin Vanilla Campus-Busche über Bohlen räsonnieren. Pulp ade, der Alltag hat uns wieder.

Mit dem Label "Schundroman" hat sich Kirchhoff eine präventive Schutzschicht übergezogen, sich unangreifbar gemacht. Sage bitte keiner, er hätte es nicht gewusst. Und doch wurde das selbst verpasste Programm des Schundromans verfehlt. Dafür ist er zu gut. Der Kirchhoff allerdings, den man kennen und schätzen lernte, bleibt auch hinter den Erwartungen zurück. Fast entschuldigend wirken da schon die auf den letzten Seiten versammelten Pressestimmen, inklusive der Kritik des so schändlich Misshandelten, die allesamt die Stilsicherheit und Sprachgewalt des letzten, großartigen Kirchhoff-Buches Parlando rühmen. Man bleibt gespalten zurück: Tarantino auf der Frankfurter Buchmesse, das konnte einfach nicht ganz gut ausgehen. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Audiobook-Rezensionen

Der Roman mit dem programmatischen Titel erfüllt alle Kriterien des Genres Trivialroman: viel Action, die Jagd nach Geld und Sehnsucht nach Liebe. Er spielt in Frankfurt zur Buchmesse. Und wie bei Martin Walsers „Tod eines Kritikers“ stirbt auch hier ein gottähnlicher Literaturkritiker namens Freytag, dessen Vorbild eindeutig Marcel Reich-Ranicki ist. Einerseits handelt es sich um eine Literatur- und Mediensatire, andererseits um einen spannenden Krimi.

Ganz kurz zum Inhalt: Ein Auftragskiller verfällt im Flugzeug einer schönen Blondine, die als Edelnutte einen Picasso erworben hat, und diesen nicht zurückgeben will. Lou Schultz bittet Willem Hold, ihr im Flughafen durch ein Ablenkungsmanöver zu helfen, ihren Verfolgern zu entkommen. Hold hilft ihr und haut einem eulenäugigen Typen auf die Nase. Dass der Literaturpapst Freytag bei diesem Angriff gleich stirbt, war selbstverständlich nicht geplant. Was folgt sind Verwicklungen, Verfolgungen, die große Liebe und einige sehr unschöne Todesfälle. Dazu wimmelt es nur so vor teuren Markenprodukten, vor allem Uhren von Jaeger-le-Coultre, Baume & Mercier und Co.

Bodo Kirchhoff, 1948 in Hamburg geboren, lebt seit den 70er Jahren in Frankfurt. 1990 wurde er mit „Infanta“, einer exotischen Liebesgeschichte, in der es unter anderem um Sextourismus geht, bekannt. Danach folgte „Parlando“ und sein Filmmonolog „Mein letzter Film“, der mit Hannelore Elsner verfilmt wurde. Der immer wieder umstrittene Autor schreibt auch Drehbücher etwa für den „Tatort“ im Fernsehen. Bodo Kirchhoff wurde mit dem Kritikerpreis für Literatur (2002) und dem Preis der LiteraTour Nord (2002) ausgezeichnet.

Die Hörspielbearbeitung von Andrea Otte, unter der Regie von Leonard Koppelmann, bedient sich passend zum Schundroman vieler Klischees. Professionell werden hier alle Kitsch-Register gezogen: Schnelle Schnitte, scharfe Dialoge, grelle Effekte und ein finster sich gerierender Erzähler Helmut Krauss. Faszinierend ist Peter Hallwachs als Willem Hold. Es scheint, als sei der Schauspieler mit seiner rauen Stimme für Gangster-Rollen prädestiniert. Und in den Dialogen mit Kathrin Angerer als Lou Schultz fühlt man sich in die Welt der dreißiger und vierziger Jahre mit ihren unvergessenen Figuren der „schönen Blondine“, des Einzelgängers und Privatdetektivs versetzt. Als Hörspiel mit brillanten Sprechern und spannenden Krimielementen bietet „Schundroman“ zweifelsohne tolle Unterhaltung.

Hörspiel, Spieldauer: ca. 84 Minuten, 2 CD. Eine Produktion des Südwestrundfunk/Der Hörverlag. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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5.0 von 5 Sternen Schund - aber mit Schwung!, 20. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Schundroman. 2 CDs. (Audio CD)
Die Hörspieladaption des "Schundromans" von Bodo Kirchhoff ist von Anfang bis Ende ein einziger großer Spaß. Der Killer Willem Hold ist auf dem Weg nach Frankfurt, "wo er für 50.000 Euro einen Mann töten" soll - und das tut er auch. Leider ist es der Falsche. Doch damit fängt alles erst an. Im Folgenden mischt Hold die Promi-Szene auf (die meisten der "Berühmtheiten" sind nur sehr dünn verschleiert und outen sich, dank des Mediums, allerspätestens stimmlich), wirbelt die Frankfurter Buchmesse gehörig durcheinander und eilt schließlich, verfolgt von Freund und Feind, zum großen Showdown nach Oberitalien.
Wenn die Geschichte auch stellenweise starker Tobak und nichts für allzu Zartbesaitete ist, so kann ich sie nur nachdrücklich empfehlen. Den Schauspielern, allen voran Hans-Peter Hallwachs in gewohnter Klasse, hat die ganze überzogene und klischeebeladene Mär beim Sprechen jedenfalls offensichtlich genauso viel Spaß gemacht, wie mir später beim Zuhören.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Frankfurt mal anders!, 14. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Schundroman (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben, die ersten 30 Seiten waren ein bisschen mühsam, aber dann wird es schön, auch ein bisschen grauslich - vor allem aber zart: Killer verliebt sich in Hure. Beide sind vom Leben versehrt, in ihrer Zuneigung jedoch klar und direkt. Es hat mich erstaunt, dass man (also Kirchhoff) in knappen Sätzen ein tiefes Gefühl so klar, so schön, so vielversprechend skizzieren kann. Kirchhoff hat es geschafft, einen Schundroman zu schreiben und dabei selbst die Niederungen des Genres auf hohem Niveau zu bedienen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Kriminalroman mit viel Witz für jedermann, 3. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Schundroman (Taschenbuch)
Der Titel „Schundroman" spricht nicht für das Buch. Vielmehr handelt es sich bei Kirchhoffs Werk um einen Kriminalroman der mit Witz, ausgefeilter Handlung, starken Charakteren und viel Spannung den verunglückten Job eines Auftragskillers schildert.

Kurz zum Inhalt: Vanilla Campus-Busche will ihren Mann von dem Auftragskiller Willem Hold ermorden lassen. Dieser jedoch trifft im Flugzeug auf die Edelhure Lou Schultz, in die er sich prompt verliebt. Selbige bittet Hold darum am Flughafen etwas für Verwirrung zu sorgen, so dass sie ihre Verfolger abschütteln kann. Gesagt getan, wahllos haut Hold in einer Buchhandlung einem Typen auf die Nase. Unglücklicherweise stirbt der jenige. Hold ist jedoch nicht bewusst, dass er gerade den Literaturpapst Louis Freytag getötet hat.
Ganz Frankfurt gerät in Aufruhr. Was darauf folgt sind Hunderte Seiten Verwicklungen, Verwirrungen und so etwas wie ein Happy End.

Sicherlich ist Bodo Kirchhoffs Buch literarisch nicht sonderlich anspruchsvoll, vielmehr ist es leichte Kost für jedermann. Die Sprache ist einfach und leicht verständlich. Kurz gesagt: der Roman lässt sich leicht lesen. Die einzelnen Charaktere haben Witz und besitzen ihre Eigenarten. Außerdem kann man Anlehnungen an reelle Personen, wie z.B. Marcel Reich-Ranicki oder Verona Feldbusch, erkennen. Trotz allem ist es schwer zu den Hauptpersonen eine Beziehung aufzubauen, da Kirchhoff sehr distanziert schreibt.
Die Handlung überrascht immer wieder mit neuen unerwarteten Wendungen und lässt das Buch nie langweilig oder in die Länge gezogen wirken. Einzig die engen Beziehungen und Bekanntschaften aller Hauptpersonen untereinander wirken etwas unreal.

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