Größe und Würde kennzeichnen diese Schumann-Aufnahmen. Besonders die zweite, inzwischen einige der meistgespielten Sinfonien des Repertoires überhaupt, ragt aus der Vielzahl der Einspielungen heraus. Wie sehr Schumann Brahms vorwegnimmt, wird nebenbei deutlich, etwa im Choral von Scherzo und Finale, den Wit farbenprächtig aufgipfeln läßt. Es gibt nicht allzu viele Sinfonien nach Haydn und nach Beethovens Neunter, die so organisch und wirkungsvoll den Bogen spannen. Der vermutete autobiografische Bezug der Partitur - ernst, kämpferisch, agil, grüblerisch, enthusiastisch - kommt in dieser Aufnahme bei einem leicht "böhmisch" warmtimbrierten Orchesterklang sehr schön zum Tragen.