In den Jahren 1968-1972 hat Gert Wilden zusammen mit seinem Orchester den Soundtrack zu einer Reihe von damals recht populären Sex-Filmen aus Deutschland geliefert. Waren die Filmchen recht billig gemacht, überrascht in der Nachbetrachtung, dass man sich für die Musik doch etwas mehr Mühe gegeben hatte. Die hier vorliegenden Stücke sind alle handwerklich gut gemacht und auch die Tonqualität stimmt.
Musikalisch sind die Stücke allerdings von recht unterschiedlicher Qualität. Da gibt es den "Ecstasy Blues", bei dem man bedauert, dass er nach nicht einmal zweieinhalb Minuten bereits beendet ist, und das Titel-Thema zu "Mädchen, die nach München kommen", wo man schon nach wenigen Sekunden das Ende herbeisehnt. Daneben hat man sich offensichtlich (Track 1, Canned Heat) oder weniger offensichtlich (Track 2, Led Zeppelin) fremder Ideen bedient. Die Qualität der Solisten ist recht ordentlich, so bekommt man auf Saxophon, Trompete, Orgel und Gitarre manch schönes Solo zu hören.
Das Booklet ist reich bebildert, wäre allerdings hilfreicher, wenn es auch Angaben zu den Musikaufnahmen enthalten würde. Wer mehr zur Musik von Gert Wilden erfahren möchte, dem sei die CD "
Deutsche Filmkomponisten Folge 2: Gert Wilden" empfohlen, welche mit einem informativeren Booklet ausgestattet ist.