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5.0 von 5 Sternen
Wer kennt ihn nicht: den Schulkummer?, 3. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Schulkummer (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die als Eltern und Lehrer mit Schule zu tun haben!
Daniel Pennac hat Humor. Und mit diesem Humor bringt er ein Thema auf den Punkt, das schon immer, heute wie vor hundert Jahren, Kinder, Eltern und Lehrer bewegt hat.
Von seiner eigenen Schulzeit weiß er mit Selbstironie und in scherzhaftem Ton zu berichten: z. B. hätte niemand je gedacht, dass er einmal Lehrer werden würde! Seine Eltern, Lehrer und er selbst waren kaum davon überzeugt, dass er überhaupt einen Schulabschluss zustande bringen könnte. Aus seinem Kopf flogen alle Schulweisheiten und jeder erlernte Stoff ganz schnell wieder heraus. Er fühlte sich unfähig, etwas zu behalten. Entsprechend schlecht fielen seine Noten aus. Keiner hatte Hoffnung, am wenigsten er selbst.
In leichten Ton erzählt Pennac weiter, wie er als Lehrer traurige und verzagte Schüler und Eltern traf, die an sich und an der Zukunft ihrer Kinder zweifelten.
Eines wird schnell klar: nicht Dummheit oder Unfähigkeit von Schülern bieten die Ursache für Schulversagen. Mit weitem Herzen, liebevollem Einfühlungsvermögen und tiefem Verständnis, das aus der eigenen Erfahrung resultiert, versteht Pennac uns zu belehren, dass es an Lehrern und Eltern liegt, wenn Kinder zu Versagern werden. Kinder brauchen Selbstvertrauen, Zuversicht und Mut, die ihnen trotz schlechter Leistungen einzuflößen sind. Aber wer versteht etwas davon?
In erster Linie Lehrer, die wie Pennac durch eigene Leidenszeiten als Schüler und Lernende gegangen sind.
Nach seinen Ausführungen zeichnet nicht Wissen den Menschen aus, sondern Lebensweisheit, das Erkennen von Zusammenhängen, Einsicht und Selbstkritik, Nachdenken, Einfühlsamkeit und Kompetenz im Umgang mit den Mitmenschen. Das sind die Merkmale emotionaler Intelligenz, wie wir sie durch die Intelligenzforschung heute kennen. Sie erst bieten die Voraussetzung dafür, den Verstand sinnvoll zu nutzen. Und ohne die Stärkung dieser Eigenschaften fällt das Lernen schwer!
Pennac schreibt jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger: seine Antworten auf die Fragen nach dem Schulversagen gründen in den Analysen einer Gesellschaft, in der es Arbeitslosigkeit und Trennungen der Eltern gibt, Ängste, Lieblosigkeit und Zukunftssorgen. Mit Lasten beladen erscheinen die Kinder im Unterricht, und der Kopf ist nicht frei, sich mit Neuem und Aufregendem, dem Lernen, zu befassen.
Pennacs Erkenntnisse sind aus der Sozialisationsforschung hinreichend bekannt. Seiner Fähigkeit, diese Erkenntnisse in den lebendigen Alltag umzusetzen und dem Leser erfahrbar zu machen, verdanken wir, dass jedem klar wird, worum es in der Schule und beim Lernen geht!
Daniel Pennac schreibt so menschlich, so verständnisvoll und unmittelbar dem Leser zugewandt, dass man gar nicht anders kann, als ihm zuzustimmen! Eltern mögen das Buch zum Trost und zur Selbststärkung lesen! Denn wie oft scheitern Kinder, weil die Eltern und Lehrer das Scheitern antizipieren?
Das Buch ist Rückblick und Ausblick in einem, autobiographisch und visionär,--man sollte es einfach lesen!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eines der besten pädagogischen Bücher seit Jahren! Lesen!!!, 10. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Schulkummer (Gebundene Ausgabe)
Pennac nimmt sich meisterlich einem vernachlässigten Thema der Pädagogik an: Dem vermeintlichen Schulversager. In seiner eigenen Karriere selbst Schulkummer gewohnt, wird Pennac Lehrer und erweist sich als einer der Besten seiner Profession. Seinen eigenen Leidensweg reflektierend wird er zu einem sensiblen Pädagogen, der den entscheidenden Wirkungsfaktor jeder Pädagogik entdeckt: Wertschätzung! In unglaublich kreativer Weise versteht er es, seinen entmutigten Schülern den Glauben an sich selbst zurückzugeben und schreibt damit zugleich eine vernichtende Kritik einer Staatsschule, der es zu oft noch weniger um Förderung als eher um Selektion geht. Doch Pennac ist kein Schulgegner. Ganz im Gegenteil: Mit seiner eigenen Praxis zeigt er, was ein Lehrer erreichen kann, der an seinem Schüler als Person interessiert ist - und er scheut auch nicht davor zurück einen vergessenen pädagogischen Schlüsselfaktor zu benennen: Liebe.
Dieses ausgezeichnet geschriebene Buch sei all jenen empfohlen, die immer noch oder schon wieder an das Paradigma des messenden Vergleichs glauben, indem sie die Persönlichkeit der Schüler auf Ziffernskalen und Evaluationsergebnisse reduzieren. Erfolgreiche Schulen, das zeigt auch das Beispiel Finnland, sind nicht Ergebnis von Technokratie, sondern vor allem von einfühlsamen und kreativen Lehrer/innen.
Fazit: Eines der besten pädagogischen Bücher seit Jahren, das jedem an Schule interessierten zum empfehlen ist, insbesondere auch als Grundlagenlektüre in der Lehreraus- und fortbildung!
Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pflichtlektüre (nicht nur) für angehende Pädagogen, 11. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Schulkummer (Gebundene Ausgabe)
C. Borries beschreibt alle Vorzüge des Buches auf eindrückliche Art und Weise. Deshalb versuche ich hier zu begründen, weshalb es von mir "bloss" vier Sterne kriegt. Kein einfaches Unterfangen. Daniel Pennac leidet, wie so viele Lehrkräfte, darunter, dass er bei gewissen Themen zu weit ausholt und sich wiederholt. Ausserdem scheinen sich einige seiner Rezepte zwar für ihn als tauglich erwiesen zu haben, ich persönliche zweifle daran, dass eine Mehrheit im Schulzimmer sie persönlich umsetzen kann, so dass es auch für sie stimmt. Beispiele? Das Auswendiglernen von teilweise hoch komplexen Texten, die täglich aufgesagt werden müssen; die Liebe zu allen Schüler/innen; das bewusste Abgrenzen zwischen Arbeit und Leben abseits der Schule (gut geschildert von einer Lehrerin im Buch) usw.! Gut gemeinte Ratschläge, die aber unter die Räder kommen, wenn einzelne Elemente nicht mitspielen. Glücklicherweise erzählt Pennac auch von einigen seiner wenigen Niederlagen, denn ansonsten verkäme er zum absolut übermenschlichen Pauker.
Trotz allem sollte sein Buch Pflichtlektüre (nicht nur) für alle angehenden Pädagogen sein - egal ob auf Deutsch oder in der Originalsprache Französisch.
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