Dieses Buch habe ich meiner Tochter geschenkt und sie hat gemeinsam mit mir die Rezension geschrieben
Inhalt und Gliederung:
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Das Buch beginnt mit einem Vorwort der Autorin, sie erklärt, wer sie ist und warum sie dieses Buch geschrieben hat bzw., was sie mit dem Buch erreichen möchte.
Vivian Cismak ist 19 Jahre. Sie ist Abiturientin und wütend ' auf was ' ???
- wegen der Willkür
- wegen der Ungerechtigkeit
- wegen der Demotivation
- wegen der inkompetenten Leute
Sie beginnt ihre Schullaufbahn kurz zu umreißen, aber der 1. Klasse, als sie 1998 in die Schule kam, als noch alles in Ordnung war. Sie erzählt von ihrer Klassenlehrerin, die ständig zu spät zum Unterricht kam. Sie erzählt dann weiterhin davon, wie sie nach der 4. Klasse ein altsprachliches Gymnasium besuchte, wo es auch gleich Probleme gab usw. usw. Sie schreibt, dass das Buch subjekt ist, dass es ihre Meinung ist ' ihre Erfahrungen, dass sie sich aber sicher ist, dass viele genauso denken und ähnliches erlebt haben wie sie.
Es geht dann weiter mit 10 Kapiteln
- Leistung lohnt sich nicht
- Unterrichten nach Lehrplan? Ach, wieso denn?
- Aufbewahrungsstätte Schule
- In der Schule gilt: Sich nur nicht erwischen lassen
- Verschlimmbesserungen sind an der Tagesordnung
- Schlecht ist nicht gleich schlecht
- Wo Sexismus geduldet wird
- Vorteil: Hartz IV
- Sympathie, das Wichtigste Bewertungskriterium
- Verantwortungslos aus Überzeugung
Nachwort
Jedes Kapitel ist, wenn es beginnt mit einer Doppelseite beginnend dargestellt, als eine Tafel, wo man die Überschrift lesen kann und eine kurze Meinung der Autorin dazu. (z. B. Ich hasse die Schule, weil es gute Schüler schwer haben.)
Schlechte PISA-Ergebnisse, Lehrermangel und Gewalt an den Schulen, dies ist doch das, was man täglich an den Schulen miterleben darf. So viele Probleme gibt es, die kaum zu bewältigen sind. Sie sind an der Tagesordnung und die Autorin hat sie auf einfache und verständliche, ehrliche und offene Art und Weise aus der Sicht eines Schülers dargelegt.
Was könnte ' sollte ' man ändern, was sind möglicherweise die Ursachen für diese negativen Dinge? Die Schüler müssen endlich wieder mehr Spaß am Lernen haben '
Die Autorin hat verschiedene Schulen besucht, kann also auch Vergleiche ziehen und viele Episoden darlegen und berichten von Erlebnisse, die sie während ihrer Laufbahn durchlebt hat. Sie berichtet aus Sicht der Schüler, was müssen die Schüler alles durchmachen ' Sie berichtet, wie die Reformen bei den Schülern ankommen, wie die Schüler spüren, dass die Pädagogen nicht motiviert genug sind usw. usw.
Das System insgesamt ist mit vielen Fehlern behaftet, das genau kann man aus dem Buch herauslesen. Ich finde es einfach genial, dass eine Schülerin, die gerade aus der Schule 'entlassen' wurde, noch sozusagen 'frisch' ihre Erlebnisse und Eindrücke niedergeschrieben hat. Das sollten Lehrer sich durchlesen, dass sollten aber auch unbedingt die durchlesen, die für die Reformen zuständig sind, weil die Reformen von den Schülern und ihren Lehrern 'ausgebadet' werden müssen.
Gnadenlos offen und ehrlich, auch mal sarkastisch schreibt Vivian Cismak auf, was sie findet, wie sie empfindet und was sie meint, wie man dies und das besser machen könnte.
Sie verwendet die wörtliche Rede, lässt den Leser am Schulalltag teilhaben und erzählt von Lehrern, die überfordert sind, aber auch von solchen, die das beste aus der ganzen Sachen machen. Sie nimmt auf die Schippe und schreibt sachlich, wie der Schulalltag an Deutschlands Schulen ausschaut. Klar, man kann es nicht verallgemeinern, es sind ihre Erlebnisse, aber was man so hört ist es wohl meist so oder ähnlich der Fall.
Kurze Leseprobe:
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'Außerdem werden dieses Jahr auch die Doppeljahrgänge in Bayern und Niedersachsen fertig. Da kann es sein, dass der Numerus Clausus wegen der vielen Bewerber noch einmal nach oben korrigiert wird und es deshalb gar nichts bringt, sich an dem Wert vom letzten Jahr zu orientieren', fügt ich hinzu.
Eigentlich brachte es nichts, mit den Lehrern über die knappen Studienplätze zu sprechen. Die meisten wollten es sowieso nicht verstehen oder sahen es nicht ein, dass wir mehr als eine 2,0 brauchten, um an einen Studienplatz in Berlin zu gelangen.
Es war ihnen gar nicht klar, wie verheerend es sein konnte, wenn sie Schüler, die die geforderten Leisten erbrachten, mündlich mit nur 10 Punkten bewerteten, da dies ja eine gute Note sei'.
Ein Buch, welches aufrüttelt, weil es nicht von irgendjemand geschrieben wurde, der meint, er kenne sich aus, sondern, weil es von der 'Front' kommt sozusagen, von jemand, der es am eigenen Leib erlebt hat '.
Ich empfehle das Buch wärmstens, weil es aufrüttelt, weil es Missstände aufdeckt, aber auch, weil es unterhaltsam und modern aber auch flüssig geschrieben ist. Kompliment an die Autorin !!!