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5.0 von 5 Sternen
Lehrer und Schüler: Traumberufe, 9. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen (Gebundene Ausgabe)
„Den Kindern das Wort geben." „Ein Baum im Schülertreff." „Wer viel Theater spielt, wird gut in Mathematik." „Leistung zählt." „Streiten und Versöhnen." „Rechenschaft geben." „Hier gehöre ich hin ... „
15 Kapitel auf 235 Seiten: Wo soll man anfangen?
Vielleicht beim Kapitel 16, in dem Reinhard Kahl Enja Riegel vorstellt und nachspürt. Was für eine Frau. Und was für ein Buch. Und was für eine Schule. Da haben sich viele gefunden: 600 ganz normale Schüler, ein trotziges, mutiges und engagiertes Kollegium und eben die Schulleiterin der Helene Lange Schule in Wiesbaden, die gar nicht alles anders macht, aber sehr vieles richtig und immer mit ihrer ganzen Persönlichkeit.
Ihre Schule ist bekannt. Die Schüler putzen ihre Klassenzimmer und mit dem dadurch erarbeiteten Geld stellen sie Schauspieler und Regisseure, Handwerker und Talente ein. Sie üben und spielen wochenlang Theater, sind Beleuchter und Ausstatter, Akquisiteure und Verkäufer, Maske und Musik - und Schauspieler.
Die Schule betreibt ein Krankenhaus in Nepal. Schafft die Noten ab. Lässt jeweils ein Lehrerteam mit seiner Klasse durch die Schule wandern, von Klasse 5 bis Klasse 10.
Am Schuljahresende richtet jede Klasse ihre Räume für die Neuen vor, zieht um und bereitet sich auf das nächste Schuljahr vor:
In dieser Schule (ich habe sie mir vor Jahren auch einmal angesehen) spürt man das ungeschriebene Motto der Schule (aus den „Stufen" von Hermann Hesse): „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."
Wer Enja Riegels Buch heiter Raum um Raum durchschreitet, der fragt sich unwillkürlich: Wann lernen die eigentlich? Auch darüber gibt das Buch Auskunft: In Projekten, mit einem Helfersystem, in vorbereiteter Lernumgebung und im nicht immer ganz normalen Schulalltag. Bei PISA hat diese Schule weit besser abgeschnitten als der Durchschnitt.
Das Buch macht sehnsüchtig. Nach dem Lehrerberuf, nach dem Schulleben und natürlich nach der Autorin, die es fertig gebracht hat, neben der Veränderung einer Schullandschaft auch noch drei Kinder großzuziehen.
Ein Buch für Lehrer, Eltern, Schüler, Kultusminister, McKinsey, Pessimisten (zum Aufwachen) und Optimisten (zum Dazulernen).
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
eigentlich müßten es 100 oder mehr sterne sein...., 26. Juni 2007
es ist verdammt lange her, dass ich ein buch angefangen habe zu lesen, das ich nicht mehr aus der hand legen konnte!
"schule kann gelingen" habe ich förmlich in mich aufgesogen und mich auf jedes neue kapitel gefreut.
einfach klasse!
so muss schule sein! enja riegels buch sollte man zur pflichtleküre für alle pädagogen erklären.
toll geschrieben, ganz ohne pathos und selbstbeweihräucherung! eher nüchtern und sachlich und doch spannender als mancher roman.
danke der autorin!
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Titel ist Programm, 15. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin war jahrzehntelang Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden - eine Gesamtschule für die 5.-10. Klasse. Aber auf irgendwelche verbrämten Idealisierungen und Politisierung - auf irgendwelche pädagogischen Grabenkämpfe lässt sie sich dabei gar nicht erst ein. Sie hat ihre 68er-Vergangenheit weit hinter sich gelassen und sich nun überlegt, wie man die Schüler zu ihrer jeweils bestmöglichen Leistung anspornen kann. Dazu gehören auch erzieherische Maßnahmen, welche bei ihr aber immer nur Mittel zum Zweck sind. Ein Fordern und Fördern, bei dem keiner zu kurz kommt und bei dem auch das Fordern ganz und gar nicht hinten abfällt.
Das Buch ist aus der Praxis geschrieben. Es erfindet keine neuen pädagogischen Theorien, sondern erzählt einfach nur, wie die Autorin es an ihrer Schule gemacht hat und wie es funktioniert hat. Im Gegensatz zu allgemeinen Theorien oder Reformvorschlägen hat dies den entscheidenden Vorteil, dass sie die Wirksamkeit mit ihrem Erfolg belegen kann: Die Helene-Lange-Schule hat mit riesigem Abstand als beste bei der PISA-Studie abgeschnitten - nicht nur absolut gesehen, sondern v.a. hat sie den (auf bestimmten Rahmenbedingungen basierenden) Erwartungswert ihrer Schule am deutlichsten von allen Schulen (ich glaube sogar weltweit!!) übertroffen.
<BR Das würde die Schule auf all die wahlweise gefürchtet oder geliebten alten reformpädagogischen Schlagworte reduzieren, die für sich genommen nichts aussagen. Entscheidend ist, WIE die Autorin dieses umgesetzt hat und das muss man bei ihr selbst nachlesen.Ich kann bestätigen, dass dieses Buch Pflichtlektüre für alle werden muss, die mit (schulischer) Pädagogik zu tun haben.
Man bekommt weder weise Theorien noch einfache Unterrichtsrezepte, sondern einfach viele gute Anregungen, wie man mit viel Arbeit (die zu allem Überfluss auch noch Freude bereiten kann und gegen das burn-out-Syndrom vorbeugt) eine gute Schule gestalten könnte und die den eigenen Horizont und die eigenen Vorstellungen von Schule und Unterricht erheblich bereichernd verändern.
Der Schreibstil ist angenehm und erfrischend.
Nach der Lektüre will man sofort seine Schule komplett umkrempeln. Hoffentlich machen Sie (ja: Sie!) das auch alle!
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