"Astaroths Angriff" ist der zweite Band der Reihe "Schule der Magier" von Henry H. Neff. Unvermittelt ist der Eintritt in diesen Band, selbst Kenner der Reihe kommen bei dieser Einführung ins Stolpern, denn schnell wird der Eindruck vermittelt, dass für die Hauptfigur Jahre und nicht nur ein paar Wochen oder Monate vergangen sind. Aus den elfjährigen Schülern und Protagonisten Max und David sind zwölfjährige Wunderkinder par excellence geworden - etwas, was bei David vielleicht noch natürlich wirkt, bei Max doch für etwas Irritation sorgt.
Rasant und halsbrecherisch geht es weiter und das Tempo wird auch bis zum Ende nicht mehr langsamer. Damit sorgt Autor Henry H. Neff dafür, dass sicherlich keine Langeweile aufkommt, allerdings kommt man auch kaum zum Luftholen. Zusätzlich sorgt diese Geschwindigkeit dafür, dass Plausibilität und Tiefe auf der Strecke bleiben, Wendungen sind zu plötzlich, Handlungen ohne echte Gründe gehören zur Tagesordnung. Ob nun ein "Weniger ist mehr" oder einfach nur ein Mehr angebracht wären, ist nicht ganz klar, denn die Idee an sich im großen Bogen ist schon durchdacht und stimmig und alle auftretenden Aufregungen, Irrungen und Wirrungen haben ihre Berechtigung, aber in der Kürze, mit der sie abgehandelt werden, verlieren sie an Logik und Glaubwürdigkeit.
Trotz aller Action vergisst Henry H. Neff allerdings nicht, auch einige neue Einblicke in seine Welt zu geben: Wiccas und die Ingenieure treten als neue Gruppierungen ins Licht, doch bis zum Schluss erfährt man nur sehr wenig von ihnen, außer dass die Wiccas die altmodische Magie, Rowan eine gesundes Mittelmaß und die Ingenieure die Magie mit den Möglichkeiten der Technologie vorziehen. Speziell die Wiccas bleiben ein eher größeres Geheimnis, die Ingenieure werden wenigstens in ihrem geheimen Werkstätten aufgesucht.
Damit bleibt am Ende nur ein sehr gemischtes Resümee - einerseits eine interessante Idee, die aber durch zu schnelles Tempo und zu wenig Details im wahrsten Sinne des Wortes überrannt wird und daher nicht ihr volles Potenzial entfalten kann, was sehr bedauerlich ist. Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.