Mit "Die Schule der Frauen" legt dieser Autor ein ziemlich verrücktes Buch hin, das mit dem gleichnamigen Werk Molières nichts zu tun hat. Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Rezension diesmal etwas schwerfällt, weil in diesem (eigentlich sehr kurzen) Werk einfach viel passiert, was man nicht kategorisieren kann. Es ist alles drin von schwarzem bis SEHR schrägem Humor, ziemlich verrückte Sex, Kabbala, und man(n) lernt einiges über das Wesen der Frau (hierzu äußere ich mich später als Frau).
Es geht um die junge Blumenverkäuferin Valerie Kaufmann, die mit ihrem Leben ziemlich unzufrieden ist: sie hat kein Geld in der Tasche, einen Freund, der von ihrem Traummann weit entfernt ist, und ist außerdem gefangen in einer äußerst abstrusen und perversen Sekte. Sie beneidet ihre beiden Freundinnen Leonie und Rubina, die in ihrem Leben im Gegensatz zu Valerie anscheinend alles richtig gemacht haben.
Rafael ist ein Engel, der sich auf der Erde in Valerie verliebt hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als dass er sie glücklich machen kann. Allerdings macht Rafael, der keine Ahnung von Frauen hat, so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Und so nimmt er schließlich Privatunterricht bei einem Pick-up-artist. Bei ihm lernt er, wie Frauen ticken und wie man(n) sie verführt.
Schon bald verändert sich Valeries Leben vollständig. Es geschehen Dinge, die fernab aller Realität ihren Lebensablauf begünstigen - und sie räumt ihren Lebensstil komplett um.
Die Sprache ist sehr gewählt, auch wenn ich mich manchmal etwas über die ein oder andere Ausdrucksweise oder Metapher gewundert habe. Was wir über Frauen lernen, ist teilweise sehr sehr wahr, an anderen Stellen aber wiederum sexistisch und machohaft. Das Buch ist einfach nur verrückt. Anfangs denkt man, hier wird einem ein Ableger von Charlotte Roches "Feuchtgebiete" geliefert, jedoch treten solche "kleinen Perversionen" nur teilweise auf.
Sie werden diesen Roman lieben oder hassen. Ich empfehle: mit einer Flasche Wein genießen und sich wundern.