Das Skript Schuldrecht Allgemeiner Teil I von Achim Bönninghaus ist schon das zweite Skript dieser neuen Juriq-Reihe, welches ich durchgearbeitet habe. Und ich bin wirklich angetan: Wieder kann ich das Skript nur loben, und zwar ganz besonders aufgrund der tollen Leistung was Übersichtlichkeit und gute Lesbarkeit angeht.
Das Skript behandelt im Wesentlichen das Erlöschen von Schuldverhältnissen (Erfüllung, Erlass, Aufrechnung, Leistungsverweigerung etc.), ist aber im Gegensatz zur klassischen Lehrbuchdarstellung etwas origineller gegliedert sind: Beispielsweise wird zuerst die Person des Gläubigers als solches beleuchtet und in diesem Rahmen dann die Abtretung behandelt. Das mutet auf den ersten Blick zwar befremdlich an, allerdings erleichtert dieser Aufbau meines Erachtens die Einordnung der jeweiligen Probleme und eröffnet bisweilen neue Perspektiven, die das Durchdringen des Stoffes enorm erleichtern.
Sehr gut ist meiner Meinung nach das Kapitel über die Mehrheiten von Gläubigern und Schuldnern gelungen. Übersichtlich und ohne lange Umschweife wird das Thema auch für Anfänger verständlich erklärt, ohne aber dass Hinweise auf examensrelevante Probleme der Darstellung zum Opfer fallen.
Am besten gefällt mir das Kapitel über die Erfüllung von Schadensersatzansprüchen, da es das Schadensrecht (nicht die Entstehung der SE-Ansprüche, sondern eben die Erfüllung) kurz und bündig auf den Punkt erklärt.
Durchgehend vereinfachen begleitende Beispiele das Verständnis. Einen weiteren Pluspunkt bilden die vielen Übersichten, Grafiken und Prüfungsschemata. Diese bieten ein Höchstmaß an Übersichtlichkeit, aber sind trotzdem nicht zu knapp und enthalten alle wichtigen Informationen. Über den Nutzen einiger illustrierender Bilder lässt sich sicher streiten, aber wen die Bildchen stören, der kann einfach drüber hinweg lesen. Die Übungsfälle am Ende der Abschnitte, die genau auf die jeweiligen Lernziele zugeschnitten sind, machen es möglich, das gerade Gelernte sofort am Fall zu wiederholen. Die Fälle sind vom Schwierigkeitsgrad her eher im mittleren Bereich angesiedelt.
Das Layout trägt bei diesem Skript entscheidend zur guten Lesbarkeit bei: Wichtig ist, dass Hinweise auf Urteile grundsätzlich in den Fußnoten angegeben werden. Dabei werden nicht hunderte Urteile genannt, sondern immer einige ausgewählte interessante Urteile zum Vertiefen angeboten, ohne dass aber die Fußnoten zu viel Platz einnehmen. Da das Skript ja noch ganz neu ist, zeichnet hier natürlich auch die Aktualität das Skript aus.
Diese leichte Lesbarkeit rührt auch aus der flüssigen Sprache des Autors. Sie macht zusammen mit den übersichtlichen Schaubildern das Skript äußerst anfängergeeignet. In einigen Stunden kann man sich mit diesem Skript einen guten Überblick über die behandelten Themen verschaffen. Qualitativ ist es trotzdem hochwertig und soweit ich das beurteilen kann durchweg auf Examensniveau.
Einmalig ist die Möglichkeit des Online-Wissens-Check. Hinter diesem Wort verbirgt sich ein Zugang zu einer Internetplattform des Verlages, auf der man verschiedene Wiederholungsfragen beantworten (und sich natürlich auch die Auswertung dieser Tests anschauen) kann. Diese Onlinetests können eine Menge Zeit sparen, da nerviges Karteikarten schreiben auf ein Minimum reduziert wird. Das ist Lernen 2.0.
Alles in allem bin ich also wirklich zufrieden mit dem Skript und werde mich nun gleich dem zweiten Schuldrechtskript widmen ':).