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Schulden: Die ersten 5000 Jahre
 
 
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Schulden: Die ersten 5000 Jahre [Gebundene Ausgabe]

David Graeber , Ursel Schäfer , Hans Freundl , Stephan Gebauer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Jeder Umsturz, jede Revolution beginnt mit Schulden, welche die Gesellschaft nicht mehr bezahlen kann. David Graebers großes Buch zeigt uns, wo wir stehen. Eine Befreiung. (Frank Schirmacher, FAS)

Kurzbeschreibung

Ein ebenso radikaler wie befreiender Blick auf die Wurzeln unserer Schuldenkrise
Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.
"Graeber öffnet dem Leser die Augen für das, was gerade vor sich geht."
Frank Schirrmacher, Frankfurter Allgemeine SonntagszeitungSeit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.
"Graeber öffnet dem Leser die Augen für das, was gerade vor sich geht."
Frank Schirrmacher, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Ein radikales Buch im doppelten Wortsinn, denn Graeber packt das Problem der Schulden an der Wurzel, indem er bis zu ihren Anfängen in der Geschichte zurückgeht. Das führt ihn mitten hinein in die Krisenherde unserer Zeit: Von der Antike bis in die Gegenwart sind revolutionäre Bewegungen immer in Schuldenkrisen entstanden.
Graeber sprengt die moralischen Fesseln, die uns auf das Prinzip der Schulden verpflichten. Denn diese Moral ist eine Waffe in der Hand der Mächtigen. Die weltweite Schuldenwirtschaft ist eine Bankrotterklärung der Ökonomie. Der Autor enttarnt Geld- und Kredittheorien als Mythen, die die Ökonomisierung aller sozialen Beziehungen vorantreiben.
Im Kern ist dieses Buch ein hohes Lied auf die Freiheit: Das sumerische Wort "amargi", das Synonym für Schuldenfreiheit, ist Graeber zufolge das erste Wort für Freiheit in menschlicher Sprache überhaupt.
David Graeber ist einer der Begründer der Occupy-Bewegung.Ein radikales Buch im doppelten Wortsinn, denn Graeber packt das Problem der Schulden an der Wurzel, indem er bis zu ihren Anfängen in der Geschichte zurückgeht. Das führt ihn mitten hinein in die Krisenherde unserer Zeit: Von der Antike bis in die Gegenwart sind revolutionäre Bewegungen immer in Schuldenkrisen entstanden.
Graeber sprengt die moralischen Fesseln, die uns auf das Prinzip der Schulden verpflichten. Denn diese Moral ist eine Waffe in der Hand der Mächtigen. Die weltweite Schuldenwirtschaft ist eine Bankrotterklärung der Ökonomie. Der Autor enttarnt Geld- und Kredittheorien als Mythen, die die Ökonomisierung aller sozialen Beziehungen vorantreiben.
Im Kern ist dieses Buch ein hohes Lied auf die Freiheit: Das sumerische Wort "amargi", das Synonym für Schuldenfreiheit, ist Graeber zufolge das erste Wort für Freiheit in menschlicher Sprache überhaupt.
David Graeber ist einer der Begründer der Occupy-Bewegung.

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53 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. S.
Format:Gebundene Ausgabe
Die Bedeutung von David Graebers umfassender historischer Analyse der Geschichte der Geld- und Kreditwirtschaft ist kaum zu überschätzen.

Wie Graeber beschreibt, bestimmen Schulden unser Leben - seien es private oder öffentliche Schulden. Das Konzept der Schulden ist dabei unhinterfragt. Wie er am Beispiel einer persönlichen Begegnung mit einer sicher gedanklich sehr beweglichen Aktivistin zeigt, sind wir fast alle der Meinung: Schulden müssen zurückgezahlt werden. Dass dies in unserer Kreditwirtschaft für fast alle Beteiligten ein fataler Gedanke ist, arbeitet er anhand zahlreicher historischer Beispiele heraus. Die Kreditwirtschaft und "Schulden müssen zurückgezahlt werden" führte geradewegs immer wieder in soziale und wirtschaftliche Umbrüche größten Ausmaßes.

Graeber fasst das Schulden-Zurückzahlen-Müssen als eine Form der moralischen Verpflichtung auf. So wie wir andere Verpflichtungen eingehen so gehen wir bei einer Verschuldung auch hier eine Verpflichtung ein. Laut Graeber lautet nun die Frage, wieso die (moralische) Verpflichtung Schulden zurück zu zahlen anscheinend schwerer wiegt als andere moralische Verpflichtungen. Wieso halten wir das (über)vollständige Rückzahlen (im Fall Argentinien war die schließlich bezahlten Schulden dreimal höher als der Schuldbetrag) als die wohlmöglich schlimmeren Folgen (im Fall Argentiniens etwa die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung mit den entsprechenden Folgen für Wohlstand, Gesundheit, Kriminalität etc.)?

Diese Frage zu thematisieren und die Geschichte der Schulden zu analysieren ist angesichts der angeblichen "Staatsschuldenkrise" und des "Lebens über unsere Verhältnisse" eine drängende Frage - ein mutiges Buch und ein notwendiges Buch.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.
Graeber packt das Problem der Schulden an der Wurzel, indem er bis zu ihren Anfängen in der Geschichte zurückgeht. Das führt ihn mitten hinein in die Krisenherde unserer Zeit: Von der Antike bis in die Gegenwart sind revolutionäre Bewegungen immer in Schuldenkrisen entstanden.
Graeber sprengt die moralischen Fesseln, die uns auf das Prinzip der Schulden verpflichten. Denn diese Moral ist eine Waffe in der Hand der Mächtigen. Die weltweite Schuldenwirtschaft ist eine Bankrotterklärung der Ökonomie. Der Autor enttarnt Geld- und Kredittheorien als Mythen, die die Ökonomisierung aller sozialen Beziehungen vorantreiben. So sieht er sich selbst, der Ethnologe David Graeber, spiritus rector der Occupy-Bewegung.

Obwohl er im ganzen Buch über mit konkreten politischen Vorschlägen geizt, macht der am Ende des Buches doch einen: "Ich habe den Eindruck, ein Ablassjahr nach biblischem Vorbild ist überfällig, für Staatschulden wie für Konsumschulden. Ein genereller Schuldenerlass wäre nicht nur heilsam, weil er menschliches Leid lindern könnte. Er riefe uns auch in Erinnerung, dass Geld nichts Geheimnisvoll-Unvergleichliches ist und dass das Begleichen von Schulden nicht das Wesen der Sittlichkeit ausmacht. All dieses Vorstellungen sind menschliche Erfindungen, und in eine richtigen Demokratie hätten alle Menschen die Möglichkeit, ihre Gesellschaft anders zu organisieren."

Es ist bei aller Brillanz seiner Argumentation doch immer wieder seine politische Überzeugung, die dem Anarchisten Graeber ideologisch im Wege steht und die ihn manche Quellen nicht beachten lässt, weil sie ihm nicht ins Konzept passen. So habe ich etwas schon im Theologiestudium gelernt, dass das sogenannte Sabbatjahr zwar eine schöne Idee war, in der Praxis aber selten funktioniert hat. Denn die Schuldner haben ihre Verträge oft so verfasst, dass ihre Tilgung genau im Jahr dersSchuldenerlasses angestanden hätte. Die Folge: niemand hat mehr Kredite vergeben, weil er nicht wusste, ob er sie zurückbekommen würde. Keine Kredite bedeutete aber für viele Bauern der Ruin. Und mit der notleidenden Kreditwirtschaft kam oft die gesamte Wirtschaft zum Erliegen. Hauptleidtragender; der einfache Mann, den Graeber so oft auf seinen Schild hebt.

Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass bei einer politischen Umsetzung eines Schuldenerlasses genau die wieder profitieren würden, die für die Anhäufung der Schulden verantwortlich waren. Würde etwa in Griechenland, in Spanien oder Italien auch nur irgendetwas besser, wenn diese Länder ihre Schulden erlassen bekämen?

Die Grundeinstellung Graebers, das marktwirtschaftliche Gesellschaften nicht anderes seien als versklavenden Schuldgesellschaften kann ich nicht teilen. Ich möchte jedenfalls nicht in einer Gesellschaft leben, die von sentimentalen Sehnsüchten nach der einfachen Welt, nach der einfachen Gesellschaft regiert wird.

Dennoch: wegen seines großen Materialreichtums und des weiten kulturgeschichtlichen Bogens, den es spannt, ist das Buch unbedingt lesenswert. Man muss sich aber dringend mit den kaum benannten, aber immer mitgedachten ideologischen Wurzeln seines Ansatzes auseinandersetzen. Denn eine immer stärker werdende Bewegung nicht nur junger Menschen an vielen Orten der Welt, glaubt solchen einfachen Lösungen.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
David Graeber erzählt die Geschichte der Schulden wie einen Krimi. Er zeigt an unzähligen Beispielen quer durch die Jahrtausende und Kontinente, wie Menschen zusammenlebten, indem sie sich auf die unterschiedlichsten Arten einander verpflichteten. Die Erzählung hat zwei ineinander verwobene Stränge: Schulden und Geld, die ich hier stark vereinfacht und nicht historisch, sondern dem Sinn nach, jeweils zusammenfassen möchte.

Schulden sind älter als Geld. Sie entstehen, wenn einander nicht vollkommen vertraute Menschen in wirtschaftlichen Austausch treten und beginnen, über ihre gegenseitigen Verpflichtungen Aufzeichnungen (Kerbholz) zu führen. Über diese Art von Schulden wird das Zusammenleben in frühen arbeitsteiligen Gesellschaften organisiert. Diese, das Leben der Menschen verbessernde Funktion schlug ins krasse Gegenteil um, wenn - verstärkt durch hohe Zinsen - Schuldner ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten. In der Antike ging das dann bis hin zur Schuldsklaverei, in die sie ihre Kinder, Frauen und schließlich auch sich selbst begeben mussten, bis sie Schuld und Zins entweder getilgt hatten oder ein einsichtsvoller Herrscher einen Schuldenerlass verkündete. Auch die Zinsen selbst waren aus gutem Grund entstanden, weil Gläubiger so Geld an Fernhändler verleihen konnten, ohne (wie beim Teilen des Gewinns) sich in Abhängigkeit von deren (Lügen)geschichten begeben zu müssen. Problematisch werden sie vor allem, wenn sie von Menschen verlangt werden, die Schulden nicht zum Erzielen von Gewinnen, sondern zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts aufnehmen, oft auch zum nackten Überleben aufnehmen müssen. Die persönliche Verschuldung beschreibt Graeber als eine der stärksten Triebkräfte in der Geschichte, auf deren Konto auch unzählige Grausamkeiten gehen. So waren die Spanier und Portugiesen, die Inka- und Mayareiche in ihrer Gier nach Gold brutal zerstörten, die Menschen dort töteten oder versklavten, nicht von vornherein amoralisch, sondern selbst über die Ohren verschuldet.

Frühformen von Geld waren in primitiven Gesellschaften kein Mittel für den alltäglichen Austausch (diese Annahme der klassischen Ökonomie entlarvt Graeber als Mythos), sondern dienten der Stiftung und Festigung menschlicher Zusammenhänge (Graeber nennt diese Gesellschaften deshalb humane Ökonomien), wie beispielsweise die Zahlung eines Brautpreises. Münzgeld wurde erstmals von antiken Staaten geprägt, um Soldaten und Rüstung über Steuern bezahlen zu können. Die Herrscher zahlten den Sold in Gold-, Silber oder Kupfermünzen und verpflichteten ihre Untertanen, in eben diesen Münzen Steuern zu entrichten. Dadurch brauchten die Untertanen das Geld. Um es zu erlangen, mussten sie den Soldaten die zum Leben notwendigen Güter verkaufen. Auf die gleiche Weise kam um 1700 in Europa das erste moderne Papiergeld im Zusammenhang mit Kriegsfinanzierung in Umlauf.

Bis ganz kurz vor Schluss las ich das Buch voller Faszination über immer wieder neue und unerwartete Entdeckungen in einer Historie, deren Grundzüge ich zu kennen glaubte. Graebers Schluss ist jedoch ausgesprochen schwach. In den letzten Seiten lobt er die nichtfleißigen Armen, denen die Welt ein Auskommen bieten müsste, da sie niemandem etwas zu Leide täten (wer die "Diktatur des Proletariats" erlebt hat, kann da anderer Meinung sein) und die amerikanischen Eliten dafür, dass sie ihren einheimischen Armen durch wechselkursbedingt besonders günstige Importe aus China das Leben erleichtern. Er favorisiert Schuldenerlasse - als ob Gläubiger immer noch die Reichen der alten Zeiten wären und nicht heute auch ganz normale arbeitende Menschen zur Aufbau ihrer Altersversorgung in Pensionskassen einzahlten, die dann in Staatsanleihen investieren. Allerdings hat dieser schwache Schluss ebenso wie Graebers Unterstützung der Occupy-Bewegung eine faszinierende biografische Wurzel. Graeber ist - wie ich gestern auf der Vorstellung der deutschen Übersetzung des Buches im Münchner Literaturhaus erfuhr - ein in der Wolle gefärbter Anarchist. Bereits sein Vater war ein anarchistischer Aktivist und sogar Patenkind von Leo Trotzki - immerhin Lenins designiertem, von Stalin entmachteten Nachfolger. In Hinblick darauf sollte der Leser mit den Merkwürdigkeiten des Schlusses Nachsicht haben.
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