Es ist ja alles Geschmackssache, das ist klar. Aber von Spannung, wie ich es zumindet annähernd von Geschichten des Krimi-Genres erwarte, fehlte hier jede Spur. Anzurechnen ist der Autorin in jedem Fall ihre Flexibilität in Bezug auf Handlungsorte und Protagonisten der Geschichten. Vielleicht könnte man die eine oder andere Idee echt ausbauen (z.B. die Priorengeschichte). Jedoch bleibt in diesem Buch selbst ein Flaschengeist, dessen Flasche zunächst rot, grün, blau, golden oder wie auch immer schimmert und schließlich zerdeppert wird, farblos. Auch der gute Sherlock Holmes kommt ein bisschen zu schnell zu seiner Lösung (...Kurzgeschichte hin, Kurzgeschichte her...). Hinzu kommt leider, dass mir diese sehr weibliche Handschrift der meisten Geschichten (War Dr. Watson auch eine Frau?) überhaupt nicht zusagt. Nicht nur finanziell betrogene Ehefrauen, oben angesprochene Flaschengeister oder esoterisch veranlagte Mörderinnen unterstützen diesen Leseeindruck. Der Titel "Schuld" ist meiner Meinung nach absolut irreführend. Schuld hat nur die Autorin an wenig kurzweiliger, aber überschätzter Unterhaltung. (Die Überschätzung erfolgte übrigens durch andere Rezensenten.) Immer noch zwei Sterne, die "Gefällt mir nicht, aber... und trotzdem..." bedeuten, gebe ich wegen des Buchpreises und des Abwechslungsreichtums in Bezug auf Orte, Zeiten und Personen und weil ich hier nur subjektiv beurteile.
Tut mir Leid, das sind für mich keine Kurzgeschichten vor dem Einschlafen, sondern zum Einschlafen.