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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wie man sich unbeliebt macht, 29. Oktober 2009
Man findet eine Aufnahme nicht so überzeugend, von einem Sänger, der eine grosse Fangemeinde hat.
Und bekommt die Quittung. Natürlich kann man das Rezensieren lassen, wenn man das fürchtet.
Auch wenn man der Fangemeinde erklären würde, dass es Partien gibt, in denen ich den Sänger grossartig finde, wie etwa die des Florestan, wird es nichts nützen.
Seltenst gelingt, das lyrische Fach in der Oper zu überschreiten, und zugleich ein hervorragender Liedersänger zu sein. Seltenst. Wenn Peter Schreier dies gemacht hat, ging es zu Lasten dieser Partien; als Liedersänger war er sehr überzeugend und hat zum Beispiel eine Version mit der Laute vorgelegt, die sehr anrührt.
Wenn ich Jonas Kaufmann höre und dann die wirklich lyrischen Tenöre Protschka, Blochwitz oder auch Güra, fehlt mir bei seiner Interpretation deutlich etwas. Das Lyrische, technisch die Einfärbung der Bruststimme durch die Oberstimme, wie Fischer-Dieskau es perfekt konnte und auch Hans Peter Blochwitz mit diesem Zyklus.
Wenn man etwas das Lied, die liebe Farbe vergleicht, stehen den Tenören, die hier erwähnt wurden, Klangfarben zur Verfügung, die Jonas Kaufmann nicht hat.
Man kann Stimmen mögen und sich für sie einsetzen oder sie nicht mögen, und sie niedermachen. Ich bin immer dafür, im Blindversuch Stimmen zu vergleichen, sich hineinzuhören und dann sein Urteil abzugeben.
Ich exponiere mich und schreibe, dies ist nicht meine "Schöne Müllerin"
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Müller als Schmerzensmann, 23. Oktober 2009
Es gibt viele Wege zu Schuberts "Schöner Müllerin" - unterschiedlichere Herangehensweisen als die von Fritz Wunderlich oder Christoph Prégardien sind kaum denkbar, und trotzdem haben beide - und viele andere - faszinierende, ja wundervolle Einspielungen des Zyklus abgeliefert.
Warum diese Neuaufnahme des Startenors Jonas Kaufmann insgesamt nicht gelungen ist, hat der Solist selbst in einem Interview zu dieser Einspielung gesagt: "Die ganze Geschichte kann nur funktionieren, wenn es ein unerfahrener Junge ist, der sich zum ersten Mal verliebt." Damit hat er völlig recht.
Leider ist Kaufmanns Stimme eben kein lyrischer Tenor mit einem jugendlichen Timbre (mehr). Ihr Klang ist eher baritonal, in der Höhe v. a. im Piano etwas hauchig und rauh, teilweise auch gaumig. Ob das alles gesangstechnisch optimal ist, sei einmal dahingestellt, der Stimmcharakter ist auf jeden Fall derjenige eines Heldentenors.
Am überzeugendsten ist Kaufmann in den zornig-verzweifelten Lieder, die seinem Stimmklang entgegenkommen, auch frei, natürlich und mit viel Temperament artikuliert sind (Der Jäger, Eifersucht und Stolz). Auch hier klingt Kaufmann allerdings nicht wie ein Jüngling, sondern wie ein Mann, der schon fast alles erlebt hat - irgendwo zwischen Florestan (Fidelio) und Siegmund (Walküre).
Die heiteren Lieder wirken dagegen sehr künstlich und mühsam. Statt lyrisch und romantisch klingen sie bieder und neckisch.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich halte Jonas Kaufmann durchaus für einen bedeutenden Sänger, der als jugendlicher Heldentenor heute mir Recht sehr gesucht ist. Für sein Lied-Debut hat er sich aber einfach den völlig falschen Zyklus ausgesucht - die Winterreise hätte vielleicht eher funktioniert.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Glaubhaft, authentisch und charaktervoll, 27. Oktober 2009
Selten hört und hörte man die "Schöne Müllerin" so überzeugend und ans Herz gehend wie diese. Der Ausdruck in allen Phasen der Beziehung zwischen dem sehnsuchtsvollen Müller und seiner Müllerin ist sehr direkt und man wird in die Vielfalt der Stimmungen unwiderstehlich hineingezogen - in allen Schattierungen, von ungestümer Leidenschaft bis zur äußerster Zartheit ("Gute Ruh"!). Durch die ausgezeichnete, nie gekünstelte Artikulation des Sängers, seine hohe Musikalität, die sich auch in den Spannungsbögen der Lieder freien Raum verschafft ist diese Aufnahme ein Juwel. Man könnte süchtig werden!
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