Die Winterreise ist oft Gegenstand von Bearbeitungen. Teilweise wird die Singstimme ersetzt und Tabea Zimmermann spielt die Bratsche, teilweise das Klavier ,zB vom Henschel -Quartett oder auch diese Fassung für Bläser und Akkordeon, teilweise wird die Musik bearbeitet, wie durch Zender.
Ist dies ein Sakrileg ? Ich meine nein. Auch Komponisten haben eigene Werke oder diejenigen anderer bearbeitet.Man sollte halt hinhören, ob einem diesem Bearbeitung gefällt.
Pregardien hat bereits die Bearbeitung von Zender gesungen und ist auch hier der Sänger.Der Uraufführungssänger Vogl stand am Ende seiner Laufbahn und für die Winterreise- einen Kreis "schauriger Lieder"- ist es günstig, wenn nicht stimmliche Perfektion vorherrscht. Je älter eine Stimme wird, desto angemessener kann sie bei diesem Zyklus klingen ( Fischer-Dieskau hat mir Brendel eine Aufnahme gemacht, bei der er nicht ganz gesund war- dem Charakter der Lieder kommt dies zugute).
Die Bearbeitung für Akkordeon und Bläser ist sehr interessant. Zitat."Norman Forget ist Oboist und Gründungsmitglied des Bläserquintetts Pentaedre. Zu seinen Neigungen zählt die Erstellung von Transkriptionen. Nun hat er den Klavierpart von Schuberts 'Winterreise' bearbeitet - für fünf Bläser mit wechselnden Instrumenten und Akkordeon. Dieses Arrangement ist ein Meisterwerk, ist Übertragung und Kommentar zugleich. Forget verleiht jedem Instrument eine den Originaltext auf subtile Weise erweiternde Funktion. Ständiges Verbindungsglied ist das Akkordeon, das, von Joseph Petric glänzend gespielt, mal dezent im Hintergrund bleibt, mal solistisch hervortritt. "
Durch die Bearbeitung werden, wie schon bei derjenigen durch das Henschel-Quartett Klangeindrücke erzeugt, die dem Klavier schlicht nicht möglich sind. Ich finde, das Werk wird dadurch " reicher". Man sollte neben der Klavierfassung die Bearbeitungen auch kennen, weil auf diese Weise die Bedeutung dieses zentralen Liedzyklus unterstrichen wird.
Unbedingt hören !