Quasthoff und Barenboim in der Berliner Philharmonie. Die Winterreise- der ultimative Liederzyklus- gesungen von allen Liedersängern, durch den Monolithen Dietrich Fischer Dieskau über Jahrzehnte quasi geprägt worden. Musste diese Aufnahme von Quasthoff sein ? Er hatte die Winterreise ja bereits eingespielt, es gab über dies eine Aunahme mit ihm und der Pianistin Pires aus der Kölner Philharmonie.
Wenn man diese Aufnahme sieht und hört, kann man sich nicht der Fascination entziehen. Quasthoff ist absolut auf der Höhe seines Könnens. Er hat die tiefe Stimme- Lied Nr. 3 oder 9-, die dem Zyklus sehr zugute kommt. Er hat aber auch die Dramatik, die in den Liedern immer wieder auftaucht. Er hat die Süße,die für Lied Nr. 11 erforderlich ist, die Resignation, die immer wieder durchbricht. Man hat das Gefühl, Quasthoff lebt die Winterreise, er interpretiert diese nicht. Das ist sicher ein wesentlicher Bestandteil seiner Könnerschaft. Barenboim bringt seine riesengroße Erfahrung als Musiker ein. Unglaublich, wie hier Details gestaltet werden, Veränderungen im Mikrobereich, kleine Akzenten, kaum merkliche Temporückungen.Wunderbarer Anschlag und großtmögliche Differenzierung- Lied Nr. 11 als Beispiel- gehören dazu.
Zwei Meister am Werk.
Dafür reichen 5 Sterne eigentlich nicht.