Man findet eine Aufnahme nicht so überzeugend, von einem Sänger, der eine grosse Fangemeinde hat.
Und bekommt die Quittung. Natürlich kann man das Rezensieren lassen, wenn man das fürchtet.
Auch wenn man der Fangemeinde erklären würde, dass es Partien gibt, in denen ich den Sänger grossartig finde, wie etwa die des Florestan, wird es nichts nützen.
Seltenst gelingt, das lyrische Fach in der Oper zu überschreiten, und zugleich ein hervorragender Liedersänger zu sein. Seltenst. Wenn Peter Schreier dies gemacht hat, ging es zu Lasten dieser Partien; als Liedersänger war er sehr überzeugend und hat zum Beispiel eine Version mit der Laute vorgelegt, die sehr anrührt.
Wenn ich Jonas Kaufmann höre und dann die wirklich lyrischen Tenöre Protschka, Blochwitz oder auch Güra, fehlt mir bei seiner Interpretation deutlich etwas. Das Lyrische, technisch die Einfärbung der Bruststimme durch die Oberstimme, wie Fischer-Dieskau es perfekt konnte und auch Hans Peter Blochwitz mit diesem Zyklus.
Wenn man etwas das Lied, die liebe Farbe vergleicht, stehen den Tenören, die hier erwähnt wurden, Klangfarben zur Verfügung, die Jonas Kaufmann nicht hat.
Man kann Stimmen mögen und sich für sie einsetzen oder sie nicht mögen, und sie niedermachen. Ich bin immer dafür, im Blindversuch Stimmen zu vergleichen, sich hineinzuhören und dann sein Urteil abzugeben.
Ich exponiere mich und schreibe, dies ist nicht meine "Schöne Müllerin"