Man fühlt sich zurückversetzt in die deutsche Hippie-Ära. Ich war zu dieser Zeit ungefähr 10 Jahre alt. Ich kann mich an viele Plätze und Geschehnisse erinnern, nur dass ich sie damals aus der Sicht einer ganz jungen Zeitungsleserin kannte. Das Buch läßt mich hinter die Kulissen schauen: wie kam es eigentlich dazu, dass bestimmte Schlagzeilen in der FR, der FAZ und sonstigen Medien auftauchten? Was haben die damaligen Protagonisten 30 Minuten bevor sie diese Schlagzeilen produzierten getan? Was haben sie gefühlt und was war überhaupt der Grund der anschließenden Aktionen? Nebenbei wird ausführlich, aber kurzweilig über die Auswirkungen von Testosteron auf männliche Jugendliche berichtet und der damalige Versuch, neue Lebensformen abseits des Konsumterrors und der Persil-Reinlichkeit zu finden, lebensnah wiedergegeben.
Der Author berichtet mit Eigenironie von seinen Träumen, den Menschen, mit denen er diese Träume geteilt hat, und den Menschen, denen diese Träume nicht geheuer waren. Ein (liebevoller) Rückblick und vielleicht auch ein Aufruf, die damaligen Träume wiederaufleben zu lassen. Halt ein Buch mit Feeling!