Kurzbeschreibung
Die Aufsätze dieses Bandes dokumentieren Freuds lebenslange Auseinandersetzung mit den einst in den
Drei Abhandlungen dargelegten Auffassungen über Liebe und Sexualität. Anhand neuen klinischen Materials hat er sie immer wieder in fundamentaler Weise in Frage gestellt, unermüdlich revidiert und korrigiert.
Um nur drei dieser Neuerungsbereiche zu erwähnen: erst allmählich konnte er die auf den ersten Blick abenteuerlich anmutenden Sexualtheorien der Kinder entdecken; zeitgemäße eigene Voreingenommenheit hinderte ihn lange daran, die Besonderheiten der weiblichen Sexualentwicklung ins Auge zu fassen und seine Vorstellung von der Frau als penislosem Mängelwesen zu relativieren; mehr und mehr sah er sich veranlaßt, biologische und kulturtheoretische Überlegungen einzubeziehen, um die Tatsache des verbreiteten Unglücks in den menschlichen Sexual- und Liebesbeziehungen verstehbar zu machen. Was Freud in den verschiedenen Aufsätzen dieses Bandes jeweils ganz neu formulierte - , trug er in einem permanenten Werkdialog in die nachfolgenden Auflagen der
Drei Abhandlungen ein.
Über den Autor
Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Medizin wandte er sich während eines Studienaufenthalts in Paris, unter dem Einfluss J.-M. Charcots, der Psychopathologie zu. Anschließend beschäftigte er sich in der Privatpraxis mit Hysterie und anderen Neurosenformen. Er begründete die Psychoanalyse und entwickelte sie fort als eigene Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeine, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassende Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb.