Kurzbeschreibung
Von allen, die je schrieben, hat den größten, den greifbarsten Erfolg Rousseau gehabt. Wer ist er? Diese zweibändige, mit Erläuterungen versehene Ausgabe von Schriften Rousseaus will die Frage Heinrich Manns neu stellen; sie nimmt daher auch einige zu Unrecht vergessene Texte auf. Seit Rousseaus Tod wurden immer neue Facetten seines Werkes und seiner Person beleuchtet, die zu einander bekämpfenden Rousseau-Mythen Anlaß gegeben haben. In den letzten Jahrzehnten dominierte die Auseinandersetzung um den politischen Philosophen in der Spannung von konservativen und revolutionären Deutungen. Durch alle Heroisierungen und Verteufelungen hindurch hat sich dabei bis heute bestätigt, daß entscheidende Stichworte der Epoche von Rousseau gegeben worden sind.
Im Mittelpunkt des
zweiten Bandes stehen die fiktiven Gespräche
Rousseau richtet über Jean-Jacques, in denen Rousseau in einer Art Prozeß gegen sich selbst jene Einheit von Person und Werk wiederherzustellen versucht, die in den durch seine Werke heraufbeschworenen Konflikten mit seiner Zeit zerbrochen ist. Er verhandelt darin die Geschichte der Wirkung seiner Lehre, ihre Mißverständnisse und Entstellungen, und versucht das Geheimnis des Komplotts zu enträtseln, als dessen Opfer er sich verfolgt wähnt. Diese breit angelegte Selbstdarstellung erscheint hier erstmals seit zwei Jahrhunderten wieder in deutscher Sprache. Die
Briefe vom Berge von 1764, die diesen Band eröffnen, sind Rousseaus Schlußwort zu der theoretisch-politischen Kontroverse, die durch die Verbrennung seiner Bücher in Genf ausgelöst wurde. Die Ausgabe der
Schriften schließt mit den meditativen
Träumereien eines einsamen Spaziergängers, die Rousseau in seinen beiden letzten Lebensjahren aufzeichnet.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.