Die dritte Auflage und Konkurrenzprodukte sprechen eine eindeutige Sprache. Für solche Ratgeber gibt es ganz offensichtlich eine Nachfrage. Und wo ein Hunger gestillt werden will, gibt es Nahrungsanbieter. Regina Umland gehört seit Jahren zu ihnen, trainiert Büromanagement und Kommunikation. Lasse ich die Frage ausser Acht, wie sinn- und wirkungsvoll geplante Lebensmuster sind, kann ich nicht viel gegen dieses Buch sagen. Urteile ich jedoch aufgrund meiner Glaubensvorstellungen, fällt die Bewertung weniger positiv aus. Denn seinen eigenen Schreibtisch im Griff zu haben, hat viel mit Persönlichkeitseigenschaften zu tun, die sich durch verbale Ermahnungen kaum verändern lassen. Kurz: zum kreativen Chaos neigende Zeitgenossen wird auch Regina Umland nicht auf den Pfad der Ordnungs-Tugend führen können. Ihnen rate ich auch von einem Kauf ab.
Bleiben die potenziellen Leserinnen und Leser, die sich in einer geordneten Umgebung sicherer wohler fühlen, aber nicht die richtigen Hilfsmittel verwenden. Sie werden bei Regina Umland fündig. 45 Checklisten, Unmengen von Tipps, Erfahrungsberichte und Planungshilfen zu folgenden Themen: Ablage, Besprechungen, Konferenzen, Veranstaltungen, Reden, Präsentationen, Projektmanagement, Reisen, Geschäftskorrespondenz, Postbearbeitung, Arbeitsplatz, Telefonieren, Zeit- und Terminplanung. Auf nur 100 Seiten so viele Anwendungsgebiete zu behandelt, zeugt von Regina Umlands Kunst, eine grosse Stofffülle zu verdichten. Sich auf Wesentliches zu beschränken und nicht jedes Detail zu erwähnen, sind Punkte, die ich auch bei Andersgläubigen schätze. Kommt hinzu, dass Verlag und Autorin ein besser entwickeltes Gestaltungsbewusstsein haben als die Programmierer von Microsoft. Auf der beigelegten CD-ROM sind denn auch keine Hässlichkeiten, sondern alle Checklisten im schönen Layout der Buchvorlage.
Mein Fazit: Hilfsmittel für Ordnungswillige und pflichtige. Die Autorin beschränkt sich auf das Wesentliche, fasst in verständlicher Sprache zusammen und listet auf, was sich in Listen einordnen lässt. Einen Stern Abzug gibts, weil die Autorin den Lesern einen Glauben vermittelt, der sich im praktischen Alltag kaum anwenden lässt. Denn Disziplin und Ordnung lassen sich weder verschreiben, noch durch Worte einimpfen.