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Schreiben lernen - Schreiben lehren [Taschenbuch]

Josef Haslinger , Hans-Ulrich Treichel
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (24. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596169674
  • ISBN-13: 978-3596169672
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 680.721 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Niederösterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 1995 erschien sein Roman ›Opernball‹, 2000 ›Das Vaterspiel‹, 2006 ›Zugvögel‹, 2007 ›Phi Phi Island‹. Sein letztes Buch ›Jáchymov‹ erschien im Herbst 2011. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und den Rheingau Literaturpreis. 2010 war er Mainzer Stadtschreiber.

Hans Ulrich Treichel, geb. 1952 in Versmold/Westf. Studium der Germanistik, Philosophie und Politologie an der Freien Universität Berlin. 1983 Promotion mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. 1993 Habilitation. Professor für Deutsche Literatur am Deutschen Literarurinstitut der Universität Leipzig. Veröffentlichte Lyrik, Prosa, Essays u.a. Zuletzt: ›Der irdische Amor‹ (Roman) sowie ›Gespräch unter Bäumen. Gesammelte Gedichte.‹

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3.0 von 5 Sternen creative Writing in Europa 6. Mai 2006
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Anläßlich des zehnjährigen Bestehens des deutschen Literaturinstituts Leipzig fand in Leipzig der erste europäische Kongress für literarisches Schreiben statt, versammelten sich Vertreter der verschiedensten Institute, die Schreiben lehren. Daraus entstand dieser Sammelband mit 19 Beiträgen zwischen fünf und fünfzehn Seiten.

Natürlich kann niemand auf so kleinem Raum erschöpfend Auskunft über einen Studiengang geben, der in fast allen beteiligten Ländern erst seit wenigen Jahren existiert. So können die Texte nur Schlaglichter auf eng begrenzte Themen werfen. Nirav Christoph, Professor an der Kunsthochschule in Utrecht, wirft in seinem lesenswerten Artikel einen Blick darauf, wie gängige Schreibmythen - "Du sollst originell sein und nicht kopieren", "Deine Worte sollen immer bedeutsam sein", etc. - das Schreiben hemmen können und keineswegs bessere, sondern oft nur langweiligere oder gar keine Texte produzieren. Außerdem schildert er an vielen Beispielen, dass Schreiben keineswegs linear verläuft. Beides wird gerne vergessen, obwohl es ein ganz zentrales Problem des Schreibunterrichts ist.

Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel zeigt an Beispielen, dass es durchaus nützlich sein kann, Lernende einmal einem engem Regelkorsett zu unterwerfen, um ihr Schreiben weiter zu entwickeln.

Stephan Porombka von der Universität Hildesheim zeigt am Beispiel eines Romans von Rilke, dass die klassische Literaturwissenschaft und - kritik Texte ganz anders betrachtet, als jemand, der Schreiben lernen oder lehren will. Die ersteren zerlegen den Text (Destruktion der Texte), die letzteren müssen genau das Gegenteil tun: Wie ist dieser Text aufgebaut worden (Konstruktion der Texte).

Burkhard Spinnen setzt sich damit auseinander, was eigentlich die Aufgabe der Literatur sein kann und dass diese Frage mittlerweile oft ausgeblendet wird.

Hanns - Josef Ortheil, ebenfalls Hildesheim, untersucht die Poetiken des Aristoteles und des Horaz, die bereits in der Antike zwei verschiedene Modelle anboten, Schreiben zu lehren und zu untersuchen. Immer noch bedienen sich zahlreiche Schreibratgeber bei diesen Vorläufern des creative writing.

Die anderen Beiträge sind entweder sehr speziell auf ein Land zugeschnitten oder allzu allgemein und wollen einmal mehr der Frage nachgehen, ob man Schreiben lehren kann. Eine merkwürdige Fragestellung, wenn man bedenkt, dass alle Teilnehmer das seit Jahren tun. Und immer wieder wird betont, dass niemand eine Garantie geben kann, dass ein Schüler tatsächlich gute Literatur produzieren wird. Sicherlich richtig, aber das gilt für sämtliche Studiengänge. Ein erfolgreicher Abschluss in Maschinenbau garantiert auch nicht, dass der Absolvent gute Autos bauen kann, oder auch nur, dass er Autos konstruiert, die sich gut verkaufen. Und ein BWL Diplom ist keine Garantie für erfolgreiche schwarze Zahlen, die Zeitungen berichten täglich von Betriebswirten, die Firmen erfolgreich in den Konkurs geführt haben.

Da merkt man, dass creativ writing in Europa wirklich jung ist, alles ist neu, unsicher und was in anderen Fächern und Ausbildungen längst allgemein bekannt und akzeptiert ist, muss hier offenbar immer wieder diskutiert werden. Solche Grundsatzdiskussionen drehen sich natürlich immer ein wenig im Kreis und deshalb sind viele Artikel in dem Band wohl nur für Spezialisten interessant. Immerhin gibt es keine Artikel, die derart schlecht sind, wie einige in "Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller".

(C) Hans Peter Roentgen
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