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Schreiben!: 30 Autorenporträts
 
 
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Schreiben!: 30 Autorenporträts [Gebundene Ausgabe]

Herlinde Koelbl , Gernot Geurtzen
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 159 Seiten
  • Verlag: Knesebeck (1. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896604228
  • ISBN-13: 978-3896604224
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 18,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 240.225 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Überlaufene Großbuchhandlungen an Samstagen und gebannt lesende Zeitgenossen in überfüllten Vorortzügen beweisen: Unsere Begeisterung für Bücher ist ungebrochen. Bei Lesungen und Literaturfestivals sucht eine stetig wachsende Lesergemeinde die Nähe der Autoren. Die Aufnahmen von Herlinde Koelbl erlauben uns weit intimere Begegnungen: den Blick auf die engste Umgebung der Schreibenden, auf den Moment der Kreativität im privaten Umfeld. Dieser Blick hinter die Kulissen ist gepaart mit den Worten der Dichter, die uns schildern, wie, wo und wann sie schreiben, und die uns so dem Schaffensprozess näher bringen.

Über den Autor

Herlinde Koelbl ist seit 1976 als Fotografin tätig. Ihr umfangreiches Werk wurde vielfach publiziert, sowohl in Büchern als auch in renommierten Zeitschriften. Sie hat zahlreiche Preise gewonnen, und ihre Bilder werden in Museen im In- und Ausland gezeigt. Viele ihrer Bücher wurden zu Bestsellern, darunter Spuren der Macht und ihr Bildband Schlafzimmer.

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Kundenrezensionen

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Autorin und Fotografin Herlinde Koelbl, bekannt für anspruchsvolle und intensive Porträts, hat sich in ihrem Buch Schreiben!" 30 bekannten Autoren genähert und sie ins Visier genommen. Peter Handke und Jurek Becker kommen ebenso zu Wort wie Elfriede Jelinek und Durs Grünbein.

Mit wenigen, aber gezielten Fragen, stellt Herlinde Koelbl die Porträtierten vor. Lässt den Leser erfahren, was den Autoren das Schreiben bedeutet, wie sie kreative Prozesse in Gang setzen und mit welchen Werkzeugen - PC, Füller oder Bleistift - die ersten Sätze der neuen Werke entstehen. Fotos dürfen dabei natürlich nicht fehlen und so hat Koelbl neben den Porträts auch Aufnahmen der ganz privaten schriftstellerischen Umgebung integriert.

Um die sechs Buchseiten widmet die Autorin jedem Schriftsteller und schafft damit ein aufschlussreiches und kurzweiliges Buch für Literaturbegeisterte. Die Bilder und Interviews sind eine Auswahl aus Herlinde Koelbls Band "Im Schreiben zu Haus" aus dem Jahr 1998. Für den Band "Schreiben!" wurde das Layout modernisiert und die Interviews leicht gekürzt. Neu ist das Porträt von Günther Grass.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Dass Herlinde Koelbl, hinreichend bekannt für ihre mehrfach ausgezeichnete Porträtfotografie und fundierte Interviewführung, immer feinfühlig diplomatisch vorgeht, war bereits in ihrer berühmten Politiker-Langzeitstudie "Spuren der Macht" oder ihren "Jüdischen Porträts" zu sehen.
In den Jahren 1997 und 1998 führte die Autorin 30 Gespräche mit deutschsprachigen Autoren: von H.C. Artmann über Elfriede Jelinek bis hin zu Martin Walser.

Herlinde Koelbl besuchte die Schriftsteller an ihrem Arbeitsort und porträtierte dabei nicht nur in wunderbaren Schwarz-Weiß-Bildern die Befragten, sondern lichtete auch Arbeitszimmer und Schreibutensilien ab. Dadurch holte sie die Menschen, die sonst hinter dem Werk (meist) unsichtbar bleiben, in den Vordergrund.

Für die Vielzahl der geführten Interviews hat Frau Koelbl offensichtlich weder Aufwand noch Mühe gescheut. Die Interviews entstanden von 1996-1998 in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz, zum Teil erst nach langem Bemühen.
Die Vorbereitung machte sich Koelbl nicht leicht. Sie hat "praktisch von fast allen alles gelesen". Unglaublich! Wahnsinn! "Ja", sagt sie, "das war Wahnsinn."
Darunter geht es für sie nicht. "Ich finde es schlicht eine Unverschämtheit, wenn man als Fotograf zu einem Schriftsteller kommt, die Sachen nicht gelesen hat, und sagt, den guck ich mir jetzt einfach mal an. Das ist auch eine Respektlosigkeit seinem Werk gegenüber."
Was Herlinde Koelbl macht, das macht sie ganz. "Man muss sich entscheiden: Will ich etwas Authentisches oder will ich etwas Artifizielles machen. Aber nicht halb-halb!" Die Fotografin hat sich für das Authentische entschieden.

Verglichen mit anderen spektakuläreren Tätigkeiten geht die literarische Arbeit unscheinbar vonstatten. Schriftsteller sitzen meist allein in irgendeinem Zimmer und schreiben vor sich hin. Zu sehen gibt es dabei nicht viel.
Daher ist es umso interessanter zu erfahren, wie sie zu Werke gehen, ob oder wann sie die Muse küsst, ob Schreiben für sie Lust, Euphorie oder Qual, schwere Arbeit oder einfach ein Handwerk ist, das ausgeübt werden will.
Die Vorlieben, Rituale und z. T. Obsessionen sind dabei so unterschiedlich wie die Menschen und ihr schriftstellerisches Werk. Manche Schriftsteller können ohne die vertraute Umgebung nicht arbeiten, andere werden unruhig, wenn sie zu lange an einem Ort verharren und sind eigentlich nur bei häufigem Ortswechsel produktiv.
Und jeder favorisiert sein ganz spezielles Schreibwerkzeug.

So schreibt Günter Grass am Stehpult und laut: "Ich verstehe Literatur als einen oralen Vorgang", Peter Bichsel oft in Eisenbahnzügen und H. C. Artmann braucht zur Inspiration das Hämmern der Tasten seiner uralten Schreibmaschine.
Aber häufig wird noch mit der Hand geschrieben. Neben der guten alten Schreibmaschine ist oft Bleistift, Füller und Kugelschreiber anzutreffen. Katja Lange-Müller lobt die Handschrift: Wenn ich das mit der Hand mache, ist es erst einmal sinnlicher."
Vor allem die Jüngeren setzen auf moderne Computertechnik, für Ingo Schulze ist der Computer gar sein "Herzschrittmacher". Walser im Gegenzug schreibt mit der Hand und schnürt seine Manuskripte mit dem Bindfaden. "Da zeigen sich die Gegensätze nicht nur einer Generation, sondern einer Haltung zum Schreiben", stellt Herlinde Koelbl fest.

Auch die Einrichtung der Arbeitszimmer spricht Bände. Da herrscht bei Friederike Mayröcker wahrhaft pures Chaos, im Gegensatz sterile Kargheit bei H. C. Artmann, Robert Menasse und Peter Handke, wohnliches Ambiente hingegen bei Ingo Schulze oder es gibt das gemütliche Durcheinander bei Bichsel.

Neben den Abbildungen der Arbeitszimmer und Porträts der einzelnen Autoren enthält der Band immer wieder Fotografien von arbeitenden Schriftstellerhänden.

Die Aussage Hans Magnus Enzensbergers: "Das Interessante an den Schriftstellern sind ihre Bücher. Persönlich sind viele Autoren ausgemachte Langeweiler", bewahrheitet sich beim Lesen dieses Buches überhaupt nicht:
Im Gegenteil: Die Menschen hinter ihren Texten sind so spannend wie ihre Bücher.

"Schreiben! 30 Autorenporträts" ist ein hervorragender und sehr empfehlenswerter Bildband zum Schauen, Schmökern, Staunen, Blättern und natürlich Lesen, der das Herz jedes Literaturfreundes höher schlagen lässt.
Es ist ein Buch, was hinter die Kulissen blickt und die schöpferische Kraft, die hinter Büchern und Literatur steht, näher bringt und begreif- und sichtbar macht.

Wer dieses außergewöhnliche Buch nicht verschenken möchte, der sollte sich selbst damit etwas Gutes tun.
Eine bemerkenswerte Ausgabe!

"Literatur ist nichts anderes als eine Maske. Nach außen schauen die Masken immer anders aus. Aber in der Maske ist man immer man selbst. Und durch diese Maske reden, das ist Literatur." (Raoul Schrott)

Folgende Schriftsteller werden in Schreiben! vorgestellt:
Hans Carl Artmann, Jurek Becker, Peter Bichsel, Thomas Brussig, Günter de Bruyn, Hilde Domin, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Günter Grass, Durs Grünbein, Peter Handke, Peter Härtling, Wolfgang Hilbig, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Ernst Jünger, Walter Kempowski, Sarah Kirsch, Brigitte Kronauer, Katja Lange-Müller, Hermann Lenz, Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Herta Müller, Christoph Ransmayr, Peter Rühmkorf, Ingo Schulze, Raoul Schrott, Martin Walser und Christa Wolf.
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Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
In dem Bildband "Schreiben!", einer modernisierten und verkürzten Fassung des bereits 1998 erschienenen Bandes "Im Schreiben zu Haus", staunt der Betrachter über die Unordnung, ja das Chaos in Friederike Mayröckers Arbeitszimmer oder über die nüchterne Atmosphäre im Büro von Robert Manesse, die Schreibklause unterm Dach von Ingo Schulze oder die überbordenden Bücherregale bei Peter Härtling. Viele der Porträtierten schildern Schreiben nicht etwa als "Musenkuss", sondern als anstrengende Arbeit. Die meisten unter ihnen haben sogar feste Arbeitszeiten. Nicht alle schreiben in ihren Arbeitszimmern. Der Schweizer Peter Bichsel zum Beispiel schreibt gerne im Zug und fährt deshalb manchmal kreuz und quer durch die Schweiz.

Wie sieht es eigentlich im Arbeitszimmer berühmter Schriftsteller aus? Warum sind sie zum Schreiben gekommen? Verfassen sie ihre Werke auf dem Computer oder auf Papier? Diese für passionierte Leser und für neugierige Nicht-Leser gleichermaßen interessanten Fragen hat die Fotografin und Autorin Herlinde Koelbl 30 Autorinnen und Autoren gestellt und zum Teil erstaunliche Einblicke in deren Lebens- und Arbeitswelt gewährt bekommen. Besonders schön ist es, wenn Herlinde Koelbl in ihren Duoton-Aufnahmen die Handschriften der Schriftsteller festhält, die elegante, ausladende Schrift von Robert Gernhardt oder die verspielte Schrift von Sarah Kirsch. Auch diese Details lassen den Leser einen Blick auf die Persönlichkeit des Schreibenden werfen.

Herlinde Koelbls Fotos fangen das Wesentliche ein: das Gesicht, die Hände, Stifte und Papier, Computer und Arbeitstisch. Ihre Fotos sind nicht aufdringlich, sondern ruhige, unaufgeregte Abbildungen von Menschen und den sie prägenden Gegenständen. Menschen mit einem außergewöhnlichen Beruf, den man ihrem Arbeitsplatz häufig gar nicht ansieht. Ihr Blick auf die engste Umgebung des Schreibenden zeigt, wie genau sie zugehört hat, wie einfühlsam ihre wenigen Fragen an ihr Gegenüber waren, so dass zwischen Bildern und den Worten der Schriftsteller eine aufschlussreiche Wechselwirkung entsteht. Der Autorin gelingt es dadurch, den Leser "am bildhaften, lebendigen Erzählen" der Porträtierten teilhaben zu lassen, wie sie im Vorwort scheibt. Und auch dem Verlag gebührt ein Lob für die hervorragende Druckqualität der Bilder und die hochwertige Gestaltung des Bandes zu einem niedrigen Preis.
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