Kurzbeschreibung
Wenn ichbezogene Werke im Zeitalter der Obsoleterklärung autobiografischer Textformen und des tot erklärten Subjekts produziert werden, dann haben sie Merkmale, die sie von den Formen auktorialer Expressivität bzw. von der ontologischen Subjektauffassung absetzen. In der Arbeit sollen die Besonderheiten neuer autobiografischer Schriftarten im Lichte von Handkes "Versuche"-Trilogie untersucht werden, das heißt, es werden die Charakteristika von Handkes Trilogie hinterfragt, die für die neuen autodiegetischen Textformen stellvertretend sein kann. Das Wichtige in dieser Untersuchung besteht weniger darin, Konvergenzen und Divergenzen zwischen Handke und Theorien über die autobiografische Literatur systematisch zu erstellen, sondern vielmehr darin, den Innovationsanspruch der "Versuche" sowohl in Bezug zu traditionellen autodiegetischen Textarten als auch im Bezug auf Handkes Werk im Ganzen herauszuarbeiten. Es wird also der Frage nachgegangen, wie und mit welchen Gründen der Rückgriff auf die Ichbezogenheit in den "Versuchen" erfolgt oder fortgeführt wird.
Über den Autor
Germain Nyada, Jg. 1974. Studium der Soziologie, DaF-Didaktik und Germanistik an der Universität Yaoundé I, Kamerun. B.A. 1998, M.A. und Secondary and High School Teacher's Diploma 2001. Mehrere Jahre Erfahrung als Lehrer. Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Erich Maria Remarque. Er promoviert zur grenzübergreifenden literarischen Kommunikation zwischen Afrika und Europa. Junior Fellow bei der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). Mitglied der Association pour l'Etude des Littératures Africaines (APELA). Stipendiat der Schweizerischen Eidgenossenschaft und DAAD-Stipendiat. Weiteres Forschungsfeld: Deutsch-kamerunische Kontakt- und Kommunikationssituationen in der Kolonialzeit.