Lord Draven Elroy Hensley, Herr von Shambrock Castle, liebt seine Frau Eloise und ist überglücklich, als diese gleich nach der Hochzeitsreise ihr erstes Kind erwartet. Leider leidet seine Frau an Tuberkulose und es ist fraglich, ob sie die Geburt ihres Kindes überhaupt erleben wird. Um sie zu retten reist Hensley nach Transsylvanien und besorgt sich einen Vampir, der seine schwangere Frau verwandeln soll, bedenkt dabei aber nicht, welchen Einfluss diese Verwandlung auf seine noch ungeborene Tochter haben wird. Das Töchterchen Ravenna jedoch scheint zunächst ein normales Kind zu sein, schön wie seine Mutter und hoch intelligent, bis eines Tages ein Pferd im Stall des Anwesens gerissen und ausgesaugt wird.
Bei dieser Geschichte handelt es sich weder um ein klassisches Hörbuch, noch um ein Hörspiel sondern um den Hybriden der vertonten Lesung. Der Sprecher Gerd Berghofer erzählt/liest die ganze Geschichte, die dann mit unterstützenden Geräuschen unterlegt wird. Der Sprecher ist sehr gut und die 55 min verfliegen im nu zumal die Geschichte als Beichte im Rückblick erzählt wird und man weiß, dass es wohl schlimm enden wird.
Die Geschichte an sich ist zwar wenig innovativ, dafür aber klassisch und stimmungsvoll. Erzählt wird wie ein Ehemann und Vater zum verzweifelten Mittel Vampirismus greift, um seine Frau und das ungeborene Kind zu retten. Er sperrt seine Frau in einem goldenen Käfig ein und die Vampirin scheint zufrieden damit, ihr Leben in Muße und Ruhe und mit Tier Blut zu verbringen. Nur langsam wird Hensley klar, dass sie doch tot ist und nicht mehr die Frau, die er heiratete, obwohl sie weiterhin eine Liebevolle Mutter für Ravenna ist, erst über die Jahre wird ihm sein Fehler bewusst.
Ravenna hingegen ist eine junge Frau, die sich danach sehnt ihr Leben zu genießen, die Welt sehen will und doch immer gefährlicher wird. Hensey liebt seine Tochter, aber je älter sie wird, umso klarer wird ihm, dass sie auch gefährlich ist. Statt mit ihr darüber zu reden, sie entsprechend zu erziehen und zu einem verantwortungsbewussten Menschen zu machen, der sich seiner Besonderheiten bewusst ist und die anderen Menschen respektiert und schützt, bringt er Ravenna gegen sich auf und greift zu extremen Mitteln.
Die Frage, was aus dem Vampir wurde, der Eloise verwandelte bleibt leider ungeklärt, ein kleines Manko der Geschichte. Auch dass Ravennas Freund so schnell einwilligt mit Hensely zusammenzuarbeiten hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Insgesamt jedoch eine sehr kurzweilige, atmosphärische und unterhaltsame Lesung.