Mehr als nur einer skurrilen Wissensperle bin ich in "Schreckliches Wissen" begegnet. Insgesamt finde ich - wenn ich mir dieses Bild erlauben darf -, dass sogar ein ganzes Schmuckkästchen mit Wissensgold gefüllt wurde. Ihr seht also gleich: Von diesem Buch bin ich zugegebenermaßen Fan.
Aber im Ernst: Diese Zusammenstellung wissenswerter Fakten aus allen denkbaren Lebensbereichen finde ich sehr gelungen. Der Untertitel des Buchs lautet ja "665 Fakten, die Sie lieber nicht gewusst hätten". Manchmal ist das Wissen, das hier auf Papier gebracht wurde, tatsächlich schrecklich. Und wirklich will man manches hiervon am liebsten nicht wissen - und doch war ich oft angenehm schockiert von solchen Fakten, und häufig war ich überrascht. Unter der Rubrik "Eklig im Alltag" finden sich Tatsachen wie die, dass sich auf einem Spülschwamm in deutschen Haushalten durchschnittlich 7 Milliarden Keime befinden - sicher ein Grund, öfters mal zu wechseln. Oder ich las mit angewidertem Erstaunen, dass eine von fünf Bürotassen mit Fäkalbakterien "besudelt" ist, weil sie oft nicht heiß genug abgewaschen wurden. Gut, dass es außerdem Männer gibt, die nicht täglich duschen und ihre Unterhose wechseln: geschenkt - Aber scheinbar gibt es mehr davon, als wir denken. Ideen wie viele? Lösung auf S. 85 und 86.
Dazu trifft man unter "Tierisch gefährlich" auf die verschiedensten 'Gifttiere' sowie unter "Das Gift in unserem Garten" auf gefährliche Pflanzen. Besonders "Lebensmittel zum Abgewöhnen" war für mich ein Schauderkapitel. Dass die Isländer einen getöteten Eishai monatelang im Flussbett vergraben, um ihn halb verfaulen zu lassen und damit sein Fleisch überhaupt erst genießbar zu machen, ist schon widerlich ... und irgendwie würde ich gerne mal probieren ...
Ein Thema, das mich erschüttert und ärgerlich gemacht hat (gerade weil ich es hier so geballt las), findet sich in Kapitel "Das Schicksal des Dodos". Ich weiß natürlich wie jeder, dass zu viele Tiere (jedes ist ja zu viel) durch Menschen schon ausgerottet wurden und wie sehr wir jeden Tag unsere Artenvielfalt verkleinern. Trotzdem fand ich es unangenehm, hier ein paar Beispiele zu lesen und mich damit zu konfrontieren. Dass ein ähnliches Schicksal einigen Naturvölkern blüht (und schon einigen die Existenz gekostet hat), wie man unter "Bedrohte Völker" ab S. 119 lesen kann, macht alles wahrlich nicht angenehmer. Gut, dass ich unter den abwechslungsreichen 36 Rubriken (Gesundheitsthemen, Mann und Frau, Alltag, Essen, Medizin, Klima ... siehe einfach auch das Inhaltsverzeichnis unter "Blick ins Buch" bei Amazon) genügend Dinge gefunden habe, die oft wieder weniger brisant und noch öfter belustigend sind.
Es macht keinen Sinn, die interessantesten Fakten, die sich in "Schreckliches Wissen" finden, der Reihe nach aufzuzählen. Zu viel davon wäre aufzählenswert. Für mich ist das hier insgesamt eine interessante Fundgrube, aus der ich manches Gesprächsthema für ein Treffen mit Freunden und auf Partys und einfach Interessantes für mich selbst herausfischen konnte. Die gesammelten Informationen sind nicht einfach nur in einem Satz hingeklatscht. Darüber hinaus gibt es immer noch ein paar Zusatzkommentare oder weitere Infos. So habe ich gestaunt und etwas Neues erfahren.
Fazit: meinerseits viel Text für ein kleines Buch. Weil: ein Kauf, der sich lohnt. Dieses Buch wartet mit vielen ganz kurz auf den Punkt gebrachten wissenswerten Fakten auf. Es eignet sich für das schnelle Lesen zwischendurch, am Bahnsteig, für kleine Atempausen im Arbeitsalltag, für den Urlaubsstrand. Oder man schlägt es auf, wenn man für ein paar ruhige Minuten nach Arbeit und Familientrubel auf der Sonntagabendcouch entspannen möchte. So unterhaltsam kann also mal lustiges, mal nachdenkenswertes Wissen sein.