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Schreckens Männer: Versuch über den radikalen Verlierer (edition suhrkamp)
 
 
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Schreckens Männer: Versuch über den radikalen Verlierer (edition suhrkamp) [Broschiert]

Hans Magnus Enzensberger
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 53 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (27. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518068202
  • ISBN-13: 978-3518068205
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 11,8 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 160.776 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein Meister des Floretts ist der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, dessen Zuspitzungen weit über den deutschen Sprachraum hinaus gelesen werden. Kein Wunder; erstens meiden sie das Provinzielle, und zweitens zeigen sie Intelligenz und Stil. Enzensbergers jüngster Beitrag zum Zeitgeschehen beweist dies erneut.« (Martin Meyer Neue Zürcher Zeitung )

Kurzbeschreibung

Der Eifer, mit dem Schüler und Gotteskrieger, Familienväter und Selbstmordattentäter mit Schrotflinten und Bomben ihrem eigenen und dem Leben möglichst vieler anderer ein Ende machen, ist den meisten von uns rätselhaft. »Man muß nicht alles verstehen, aber ein Versuch kann nicht schaden«: Das ist das Motto dieses Essays, den Hans Magnus Enzensberger dem »radikalen Verlierer« widmet. Gibt es, jenseits aller Ideologie, Gemeinsamkeiten zwischen dem einsamen Amokläufer, der in einem deutschen Gymnasium um sich schießt, und den organisierten Tätern aus dem islamistischen Untergrund? Größenphantasie und Rachsucht, Männlichkeitswahn und Todeswunsch gehen auf der verzweifelten Suche nach einem Sündenbock – beim isolierten Täter wie im Kollektiv der Fanatiker – eine brisante Mischung ein, bis der radikale Verlierer explodiert und sich und andere für sein eigenes Versagen bestraft. Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. Im Suhrkamp Hauptprogramm erscheint Josefine und ich (Juni 2006) und im suhrkamp taschenbuch Gedichte. 1950–2005 (Dezember 2006).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Enzensbergers Essay sorgt für Aufregung! Es sind ja auch spannende Fragen, die der Publizist zu beantworten versucht: Warum laufen Menschen Amok? Warum sprengen sich so viele junge Leute mit Begeisterung in die Luft, um sich und möglichst viele andere Menschen in den Tod zu reißen? Woher kommt diese Verachtung für das Leben und die damit einhergehende Todessehnsucht?

Im ersten Teil des Essays "Schreckens Männer - Versuch über den radikalen Verlierer" bezeichnet Enzensberger diese Kategorie Mensch als radikalen Verlierer. Dieser zeichne sich durch "Todeswunsch und Größenwahn" aus und sei nicht in der Lage, die Schuld für seine missliche Lage bei sich selbst zu suchen, so dass er immer andere für sein Leid verantwortlich mache (14). Berühmt-berüchtigte "Verlierer-Heimat[en]" (19) seien der Nationalsozialismus sowie der Kommunismus.

Im zweiten Teil analysiert Enzensberger das Verliererkollektiv, welches heute die größte Bedrohung für den Weltfrieden darstellt: den Islam. "Seitdem existiert nur noch eine gewaltbereite Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen. Das ist der Islamismus" (25). Hier fänden sich alle Charakteristika, die den radikalen Verlierer auszeichnen: Größenwahn (durch den Koran bedingt), eine Herabsetzung des Diesseits zu Gunsten des Jenseits, das sich Gefallen in der Opferrolle und, damit verbunden, die Überzeugung, andere seien für den Niedergang der arabischen Welt in den vergangenen 800 Jahren verantwortlich (Juden, Amerikaner, Kapitalisten, Ungläubige).

Doch Enzensberger belässt es nicht bei einer reinen Kritik, sondern führt auch die Gründe auf, die seiner Meinung nach für den Rückstand in weiten Teilen der arabischen Welt verantwortlich sind: "Alles in allem ist die Vermutung plausibel, dass die Diskriminierung der Frauen neben den Defiziten der Wissenskultur am Rückstand der arabischen Gesellschaften die Hauptschuld trägt" (37f.). Frauen und Fortschritt werden Dank des Korans ja immer noch in weiten Teilen der islamischen Welt unterdrückt bzw. mit Misstrauen betrachtet, so dass es nur logisch ist, dass sich diese Länder ohne Produkte und Innovationen der westlichen Welt noch immer auf dem Wissenstand von vor 500 Jahren befinden würden. Das ist nicht die Schuld von Juden oder Amerikanern. Einzig und allein der blinde und keine Zweifel zulassende Glaube an die obsoleten Dogmen des Korans trägt hierfür die Verantwortung!

Fazit: Packend geschriebenes Plädoyer für die Werte des Westens gegen die Gefahren des Islamismus. Natürlich provoziert und pauschalisiert Enzensberger in seinem Traktat. Doch im Kern sind seine Thesen absolut zutreffend. Und in den vergangenen Jahren sollte doch allen deutlich geworden sein: Die radikale Interpretation, die immer mehr Anhänger findet, darf von uns nicht toleriert werden!
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49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Hans Magnus Enzensberger hat sich seit Ende der fünfziger Jahre immer wieder in die politische, philosophische und literarische Diskussion in Deutschland eingemischt. Er gehörte zu den Gründern wichtiger Zeitschriften wie dem "Kursbuch" oder "Transatlantik", hat selbst zahllose Essay- und Gedichtbände veröffentlicht.

Wenn er jetzt in einer erheblich erweiterten Fassung eines zunächst im November 2005 im SPIEGEL erschienenen Essays zu den Diskussionen über islamistischen Terrors und Gewalt Stellung nimmt, erwartet man eine Sicht der Dinge, erwartet man Argumente und Hinweise, wie sie vorher so noch nicht in der Debatte zu hören oder zu lesen waren.

Und Enzensberger gelingt es tatsächlich in "SchreckensMänner. Versuch über den radikalen Verlierer" ein ganz eigenes Bild von Menschen zu zeichnen, an deren Entwicklungsende der Amoklauf oder das Selbstmordattentat steht.

Das ist sehr aufschlussreich und zeigt durch historische Parallelen (Hitler z.B.), daß das Phänomen nicht neu ist. Wenn der radikale Verlierer sich vergesellschaftet, eine Verliererheimat findet, dann potenziert sich die destruktive Energie, oft in einer jener zahllosen, sich Befreiungsbewegung nennenden Gruppen auf der Welt, denen es doch am Ende nur um ihre eigene Macht/Ohnmacht geht oder ging.

"Seitdem existiert nur noch eine einzige gewaltbereite Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen. Das ist der Islamismus." (25)

Enzensberger beschreibt in der Folge den Niedergang der islamischen Gesellschaft seit dem Mittelalter und zitiert den "Arab Human Development Report" der UN, wo, von islamischen Wissenschaftlern erforscht, den islamischen Staaten ein trauriges Zeugnis ausgestellt wird. Mangelnde Bildung, die inferiore Stellung der Frauen, fundiert im Koran, und ein eklatantes Demokratiedefizit dieser autoritären Regimes werden diese Gesellschaften auch auf lange Zeit unter der extremen Abhängigkeit vom Westen leiden lassen, von der sich die SchreckensMänner doch gerade befreien wollen.

Diese quasi täglich erfahrene Verlierersituation kollidiert mit einem Selbstbild, das alle anderen Menschen, die nicht Muslime sind, als minderwertig herabstuft.

"An Lösungen für das Dilemma der arabischen Welt ist der Islamismus nicht interessiert; er erschöpft sich in der Negation. Es handelt sich um eine im strengen Sinn unpolitische Bewegung, da sie keinerlei verhandelbare Forderungen erhebt. Im Klartext wünscht sie, daß die Mehrheit der Bewohner des Planeten, die aus Ungläubigen und Abtrünnigen besteht, kapitulieren oder umgebracht werden soll. Dieser brennende Wunsch ist unerfüllbar. Gewiß reicht die destruktive Energie der radikalen Verlierer aus, um Tausende, vielleicht Zehntausende von Unbeteiligten umzubringen und die Zivilisation, der sie den Kampf angesagt hat, nachhaltig zu beschädigen.... Dies alles kann der Islamismus als Erfolg verbuchen. Es ändert jedoch nichts an den tatsächlichen Machtverhältnissen.

Dagegen sind die Konsequenzen für die arabischen Gesellschaften fatal. Denn die langfristig verheerendsten Folgen wird nicht der Westen zu tragen haben, sondern jene Weltregion, in deren Namen der Islamismus agiert. Nicht nur Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten werden darunter leiden. Ganze Völker werden durch die Aktionen ihrer selbsternannten Stellvertreter, jenseits aller Gerechtigkeit, einen immensen Preis bezahlen müssen. Die Vorstellung, daß der Terror ihre Zukunftsaussichten, die ohnehin schlecht genug sind, verbessern könnte, ist absurd. Die Geschichte kennt kein Beispiel, daß regredierende Gesellschaften, die ihr eigenes produktives Potential abwürgen, auf Dauer überlebensfähig sein könnten."

Ein eindrucksvolles Stück politischer Prosa, das man sich in der deutschen Öffentlichkeit häufiger wünschen würde.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Wettbewerb, Kapitalismus und Globalisierung: nicht jeder kann in diesem System mithalten. Doch als Verlierer nimmt Enzensberger nur die Angehörigen jener Splittergruppe unter die Lupe, die über kein Selbstbewusstsein verfügen und sich selbst als Verlierer wähnen. Verfolgt von ihren Versagensängsten, fürchten sie sich vor nichts so sehr wie vor dem selbstmörderischen Urteil, das sie gegen sich selbst zu fällen bereit sind. Darum lenken sie die unreflektierte Vorstellung von Schuld und Scheitern auf ihre Mitmenschen.
Radikale Verlierer, warnt Enzensberger aus gutem Grund, sind lebende Zeitbomben, die jeden Augenblick explodieren können: vom Amok laufenden Familienvater bis zum Al-Quaida-Attentäter.
Beiläufig erwähnt Enzensberger, dass es sich bei den radikalen Verlierern fast ausschließlich um Männer handelt. Denn es geht um den Verlust von Macht; einer Macht, die unauflösbar mit dem Gesellschaftsbild von Männlichkeit verknüpft scheint und so die "imaginäre Fallhöhe" des radikalen Verlierers bestimmt. Viele Worte sind es allerdings nicht, die Enzensberger um die fragwürdige Konstruktion von Männlichkeit verliert. Das ist schade, denn genau das wäre das Interessante an dem Thema, in dem sich individuell-psychologische und gesellschaftspolitische Erklärungs- und Lösungsansätze vereinen.
Enzensberger, der sich nach dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak als glühender Kriegsbefürworter bekannt hatte, schwankt dabei selbst unentschlossen hin und her. Sind es die turbokapitalistischen Rahmenbedingungen der Globalisierung, an denen gedreht werden muss, um das Problem anzugehen? Oder der archaische Männlichkeitskult, der im Westen erst seit wenigen Jahrzehnten zu bröckeln beginnt und in arabischen Ländern die gesellschaftliche Entwicklungsblockade Nummer Eins darstellt?
Am Ende des plausibel aufgebauten und leicht zu lesenden Thesenkonstrukts bleibt dennoch unklar, auf was Enzensberger nun eigentlich hinaus möchte. Der Leser ist nach der Lektüre so ratlos wie der Autor.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Erschreckend klare Analyse
Klar und sachlich verfolgt Enzensberger die Spur des Verbrechens und findet den Weg zurück zu den Wurzeln des Übels. Sehr lesenswert!
Veröffentlicht am 16. Dezember 2009 von Franz Constantin
Beunruhigend und aufrüttelnd zugleich
Enzensberger geht von allgemeinen Betrachtungen über den "Verlierer" aus, scil. den Verlierer der Verhältnisse in der westlichen Welt: "Fest steht nur, daß so, wie... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2009 von D. Schramm
eigentlich gutes Essay,
nur leider wird viel zu sehr pauschalisiert.
Der radikale Verlierer ist nun mal ein Faktum unserer Zeit, nur was Enzensberger schreibt erkennt man auch wenn man einfach ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. August 2008 von Historienfreak
radikale Pauschalisierungen
in seinem auf 146 Seiten gebrachten Essay (Schriftgrösse und Seitenabstände sind großzügig gewählt), beschreibt Hans Magnus Enzensberger die Figur des... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. März 2008 von lektorratte
Zutreffend und sehr zu empfehlen
Ein sehr empfehlenswerter Essay von Enzensberger zum psychologischen Hintergrund des Terrorismis. Kurz, prägnant. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. März 2007 von HuWa
Von Schreckens Männern der Welt- und Zeitgeschichte - ein...
Enzensberger "Versuch über den radikalen Verlierer" ist der Versuch, ein Psychogram des radikalen Verlierers der modernen Geschichte in essayistischer Form zu geben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Dezember 2006 von buechermaxe
Sehr empfehlenswert
Ein kurzes, knappes, aber sehr lesenswertes Essay von Enzensberger.

Öffentlich hat es für sehr viel Aufregung gesorgt, aber insgeheim wird wohl jeder von uns... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2006 von Fee
Klar und prägnant - sehr lesenswert
Ich las dieses Buch unmittelbar nach dem Buch "The End of Faith".

Beide Bücher behandeln dasselbe Thema, das eine braucht dafür 300 Seiten, dieses braucht 50... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. September 2006 von PST
Terror/Amokläufer Erklärung
Wer sich mit Anschlägen und Amokläufer beschäftigen will oder muss sollte diese Buch auf jeden fall lesen.

Es wird eine Theorie aufgestellt z.B. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. April 2006 von Der Leser
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