Aus der Amazon.de-Redaktion
Es hat sich herumgesprochen, dass im Quantenuniversum der gesunde Menschenverstand, wenn es denn je so war, keine Bedeutung besitzt. War bereits die Relativitätstheorie ein Buch mit sieben Siegeln, so ist die Quantenmechanik ein groteskes Szenario, in dem weder Raum noch Zeit ihre Fassung bewahren. Allein das berühmte Doppelspaltexperiment birgt die unglaubliche Erkenntnis, dass ein Atom sich zur selben Zeit an zwei Orten befinden kann. Ob etwas ist oder nicht ist, ist nicht länger eine objektive Wirklichkeitsaussage, sondern gilt als abhängig vom Beobachter, dessen Beobachtung über "Sein oder Nichtsein" entscheidet. Das Verhältnis von Subjekt und Objekt ist in der bizarren Welt von Elektronen und Photonen in heillose Wallung geraten. Jenseits der Fachwelten scheint der Zugang zu dieser Wissenschaft weitgehend verschlossen. Zwischen Science und Science Fiction sind keine trennscharfen Aussagen mehr möglich.
Diesem Dilemma widmet sich John Gribbin, der seit seinem Bestseller Auf der Suche nach Schrödingers Katze seine Qualitäten als plastisch formulierender Wissenschaftsjournalist bewiesen hat. Gribbin weiß nicht nur, wovon er redet, er besitzt auch die metaphorische Kraft, solche Bilder zu wählen, die dem Laien die Scheu vor der Quantenrevolution nehmen.
Gribbin sagt selbst, dass er gar nicht damit gerechnet hatte, sich diesem verschlungenen Thema ein zweites Mal zu widmen. Diesmal geht es vor allem um den Versuch, die Widersprüche der so genannten "Kopenhagener Schule" aufzulösen. Besonders aufregend ist der Versuch, die Welt der Makroskopie und Mikroskopie mit Hilfe von John Cramers Transaktionsinterpretation zu versöhnen. Daraus resultieren Diskurse, die weit in das vormalige Herrschaftsgebiet der Philosphie hineinreichen: Hat der Mensch einen freien Willen oder ist sein Handeln nur das Produkt der atemporalen Logik von Photonen? Gribbin bietet Lösungen an, aber der Leser darf seine Schlüsse selbst ziehen, da das Quantenuniversum noch längst nicht endgültig durchdrungen ist. Es wird noch viele Überraschungen geben, die die Fundamente der Welt, in der wir leben, zum vielleicht größten Abenteuer der Forschung werden lassen.
Im Gegensatz aber zu wilden Spekulationen des "new age" basieren Gribbins Darstellungen auf "facts", die brisant genug sind, auch dem Alltagsverstand die paradigmatischen Umwälzungen des "Quanten-Daseins" zu vermitteln, ohne in mystische Schwärmereien zu verfallen. --Dr. Goedart Palm
Kurzbeschreibung
In seinem neuen Buch führt John Gribbin fort, was er mit seiner so erfolgreichen Darstellung des Paradoxons von Schrödingers Katze begann: Wieder geht es ihm darum, dem Laien neueste Erkenntnisse aus der Elementarteilchenphysik zu vermitteln und zu zeigen, welche Folgen diese Erkenntnisse für unseren Begriff von "Wirklichkeit" haben.
Im Zentrum steht diesmal das Rätsel der Natur des Lichts: Seit langem wissen wir, daß das Licht als Welle oder als Teilchenstrom erscheint, je nachdem, wie wir es betrachten. Alle Versuche, diesen Widerspruch aufzulösen, sind gescheitert; im Gegenteil: Gribbin zeigt, daß neueste Experimente das Paradox eher noch vertiefen. Hängt demnach das "Aussehen" der Welt oder gar dessen Realität allein vom Betrachter ab? Und wer beobachtet dann uns? Gribbin erläutert einige neue Modelle, die aus dem Dilemma solcher Fragen herausführen könnten. Ebenso deutlich wird jedoch, daß es eine einzige und endgültige Beschreibung der Welt wohl niemals geben wird.