Es ist ja kein Geheimnis, dass wir Männer einen viel komplizierteren Zugang haben zum Thema Gefühlsleben als Frauen.
Ich stöbere zB sehr gerne in sogenannten Frauenbüchern, denn es ist sehr erhellend, worauf man das stößt, wie Frauen denken.
Ganz typisch zum Beispiel ist ja das, was auch die Autorin Gerti Senger in dem Buch beschreibt: Frauen verhalten sich zum Partner in Gesellschaft oft ganz anders als alleine. Das dahinter eine Sehnsuchtsgeste stecken kann, auf diese Idee wäre der "normale" Mann sicher nicht gekommen.
Und so stellt sich dieses Buch eigentlich als ganz ausgezeichneter Blick einerseits ins Gefühlsleben der Frauen dar, andererseits auch in Beziehungen an sich. Denn der Mann denkt ja wieder ganz anders, was Frauen wiederum oft nicht gut nachvollziehen kann. Und so ist das alles sehr glaubwürdig, was an vielen Beispielen für eine Schräglage hier dargestellt wird.
Co-Autor Walter Hoffmann beschfätigt sich dann eher mit den großen Zusammenhängen, eher abseits von Beziehungen. Sehr spannend finde ich hier, was er zum Burnout schreibt. Mir hätte in diesem Buch es gefallen, wenn hier auch noch viel mehr direkte Beispielgeschichten aus der Praxis gekommen wären.
Unbedingt lesen,das Buch bringt einen weiter.