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Doch "Schotts Sammelsurium" ist erstens anders (ganz anders) und zweitens als man denkt. Ich habe das kleine (sehr schön gestaltete) Büchlein aufgeschlagen und wurde förmlich hineingezogen in den Strudel komischer, obskurer, überraschender und manchmal sogar tatsächlich nützlicher Artikel (gut geschrieben; informativ aber mit Augenzwinkern), Tabellen und Listen. Und bevor man wieder auftaucht, ist wieder eine halbe Stunde vergangen, ohne dass man es bemerkt hat.
Was die Engländer 'trivia' - oder 'Trivialitäten' nennen, heißt nicht, dass das, was Ben Schott über Jahre zusammengesammelt hat wirklich "trivial" ist. Vieles davon ist natürlich schräg und einiges schon verschroben britisch (z.B. eine Liste der großen Cricket-Nationen oder die Ergebnisse der Oxford-Cambridge-Bootsrennen), aber das meiste ist international, universell anwendbar und (wie es so verschmitzt schön im Vorwort heißt) nicht unbedingt praktisch, aber absolut unverzichtbar!
So erfährt man, z.T. in wild gemischter Sammelsurium-Manier, dass landläufiges Magenknurren eigentlich "Borborygmus" heißt, dass die Sängerin Mama Cass (von den Mama & Papas) an einem Schinkensandwich erstickt ist, und dass die Tragzeit des Erdferkels 210 Tage beträgt. Für die multikulturelle Verständigung ist z.B. unabdingbar zu wissen, dass "Ich liebe dich " auf Zulu "Ngiyakuthanda" heißt, was besonders hilfreich erscheint, wenn man sich in eine Zulu verliebt und die Völkerverständigung an der Sprachgrenze zu scheitern droht.
Wichtig/Witzig ist auch, das längste Palindrom der Welt zu kennen, ("Saippuakauppias", was auf Finnisch "Seifenhändler" bedeutet). Geschlechterpolitsch höchst inkorrekt ist dagegen die Info, dass bei den Viktorianern die festgelegte Trauerzeit für einen Ehemann bei 2-3 Jahren lag, die Damen im 19.Jahhundert aber lediglich 3 Monate betrauert werden mussten (pfui!). Als kleine Wiedergutmachung führt Schott dann aber die genaue Abfolge der Trauergottesdienst für die "Prinzessin der Herzen" auf, inklusive der Information, wer die Orgel spielte (- nein, nicht Elton "Kerze im Wind" John). Und der typisch englische, schwarze Humor kommt da zum Tragen, wo es um "Merkwürdige Tode einige burmesischer Könige" geht, bei denen (wieder einmal höchst inkorrekt) kein Auge - vor Lachen - trocken bleibt.
Auch die Ausstattung des Bändchens ist gelungen, so dass es sich als Geschenk vorzüglich eignet - eine noble, ganz eigene Typographie, ein handliches Format; und wann gibt's schon mal ein Wissensbuch mit Lesebändchen?
Auf eine Gefahr (die mir aus eigener Erfahrung bekannt ist!) muss ich allerdings aufmerksam machen: Kauft man das Buch als Geschenk und liest man sich einmal fest, wird man es nicht mehr so leicht weggeben wollen. Vielleicht sollte man also am besten immer gleich zwei Exemplare besorgen. Aber auf der Geburtstagsparty wird man dann mit seinem gesammelten Schott-Wissen nach Belieben protzen können...
Witzig, kurios, und zum Teil sogar echt lehrreich. Kurzum: ... wärmstens zu empfehlen.
Wer zu Günter Jauch will, sollte dieses Buch auswendig lernen, es hilft ab der 16.000-Euro-Frage mit Sicherheit.
Lustiges, Kurioses, Überraschendes, Skurriles - Auflistungen und Rangfolgen bislang nicht für Wissenswert erachteter Themenkomplexe machen dieses Buch nicht nur lustig, sondern auch lehrreich!
Unter anderem werden die Frauen Heinrichs des Achten inklusive ihres Zutodekommens aufgelistet, es gibt Merksätze über die Planeten unseres Sonnensystems, die Eigenarten (Linkshänder, Junggeselle, Bartträger etc.) der US-Präsidenten, werden Länder mit Linksverkehr aufgezählt, Hauptstädte der unterschiedlichsten Länder aufgeführt, Phobien kategorisiert und und und.
Kurz: Es gibt keinen Bereich, aus dem Schott nicht irgendetwas Erzählenswertes dem Leser näher bringt.
Natürlich ist dies kein Buch, das man wie einen Roman, eine Novelle verschlingen kann - man sollte es nicht durchlesen, vielmehr ist es als "Klo-, Bett- und Badewannenlektüre" geeignet und tut dort hervorragende Dienste: es spendet Kurzweil und sorgt für den ein oder anderen Lacher.
Manche Dingé wie zum Beispiel die Eselsbrücke "Mein Vater erklärt uns Samstag unsere neun Planeten" hilft sogar vielleicht in der Schule - oder eben bei "Wer wird Millionär"!
Auch wegen seiner ansprechenden Ausstattung(Festeinband mit Schutzumschlag und Lesebändchen!!) ist das Buch ein Volltreffer - und durch die Vielzahl teilweise verrückter, teilweise höchst wichtiger und brauchbarer Informationen jeden seiner 16 Euro wert!
Absoluter Kauftipp!!! Viel Spass damit!
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