Das Buch bietet auf seinen 192 Seiten eine ausreichende Grundlage, um sich gut informiert in die schottischen Highlands zu wagen. Angefangen von allgemeinen Informationen zu Schottland, den kulturellen Besonderheiten, öffentlichen Verkehrsmitteln, Wetterdaten etc. über eine Checkliste für Ausrüstung bis zu den wirklich guten Wegbeschreibungen.
Hierbei ist der Schreibstil immer so, dass er richtig Lust auf die Wanderung weckt. Lobenswert ist hierbei vor allem, dass das nicht auf Kosten der Realitätsnähe erzeugt wird. Die Autorin weist auf Schwierigkeiten und Gefahren hin und verschweigt auch keine fiesen kleinen Details wie z.B. die beliebten Midgets.
Zum Inhalt kann man sagen, dass es Touren für Anfänger (Great Glen Way) bis hin zu Touren für Erfahrene (Knoydart) ziemlich alles beinhaltet. Insgesamt hat das Buch 4 Routen zu bieten. Zu den zwei erwähntne kommt noch der Glen Affric trail und eine Tour durchs Rannnoch Moor nach Glen Coe.
Die Touren sind recht gut eingeteilt und man bekommt immer genug Infos über das Etappenziel inkl Übernachtungsmöglichkeiten, Einkaufsmöglichkeiten etc.
Den Punkt Abzug gebe ich für manchmal doch zu kleine Kartendarstellungen, auch wenn klar ist, dass man sowieso eine richtige Karte mitführen muss, was ja auch im Buch erwähnt wird. Des Weiteren fehlt mir manchmal gegen Ende der Tour eine präzisere Angabe zur Rückreise. Es wirkt so, als sei hier der Trek zu Ende und somit auch der Bedarf an Informationen. Als Beispiel steht dort mal, dass man per Auto/Taxi von einem Endpunkt wegkommt. Hier fände ich es schön, wenn es noch einen Tip dazu gäbe, wo die nächste überregionale Bus- oder Bahnverbindung ist, damit man weiß bis wohin man sich bringen lassen muss und im Vorhinein gucken kann, wie man die Heimreise am besten gestaltet.
Nachtrag:
Nachdem ich mit Hilfe dieses Buchs den Glen Affric Trail gewandert bin, habe ich mich entschlossen, die Bewertung um einen Punkt zu reduzieren. Das liegt daran, dass die für diese Strecke empfohlene Karte einen relativ großen Teil des Weges garnicht abbildet, wenn man die im Buch empfohlene südliche Variante wählt. Des Weiteren erschien es mir so, asl wäre ein bis zweimal ein Satz irgendwo in einen falschen Absatz gelangt, was bei Wegbeschreibungen schon verwirrend sein kann. Man war z.B. noch deutlichst außer Sichtweite des Loch Affric und liest etwas von einer Lodge die zur Rechten auf einer Halbinsel thront.Trotzdem handelt es sich um ein gutes Buch, dass den Weg ansonstne sehr genau beschreibt und hilfreiche GPS-Koordinaten beinhaltet, so dass man sich eigentlich kaum verlaufen konnte. Vielleicht sollte vor Neuauflage alles aber nochmal gründlichst überprüft werden.
Ein weiterer Kritikpunkt, aus meinem persönlichen Empfinden heraus, liegt in der Beschreibung der Unterkünfte. Mitten im GLen Affric liegt eine Jugendherberge, die mit Berghüttenflair beworben wird. Klar ist einem, dass dort alles sehr einfach ist, nicht aber, dass der dreckige und zugige Bretterverschlag in dem man haust (gemeint ist der Schlafsaal für beide Geschlechter)nicht mal kostenlos eine Empfehlung wert wäre (es kostet aber mehr als 20 Pfund pro Person, im Buch wird kein Preis genannt), da es nur ca 3 km weiter ein Bothy gibt, was viel gemütlicher ist und auch noch, falls Holz vorhanden ist, beheizt werden kann.