Ich lese normalerweise keine Kriminalromane, da mich dieses Genre eher weniger interessiert. Eine Ausnahme habe ich aber bereits bei den Würzburg-Krimis von Roman Rausch gemacht, da ich in Würzburg lebe. Deshalb wurde ich nun auch aufmerksam auf die Würzburger Schoppenfetzer-Romane.
Auch wenn mich und den Protagonisten des Romans fast gute 40 Jahre trennen, fand ich die Geschichte sehr interessant, es wurde mir auf keiner Seite langweilig und auch wenn man durch die wechselnden Perspektiven mehr weiß als der ermittelnde Rottmann, so war der Ausgang trotzdem noch überraschend. Wobei man schon sagen muss, dass Erich Rottmann dann doch ein paar Male der Zufall zu Hilfe eilte, z. B. in Form von Frau Stark, der für ihn spionierenden Putzfrau des Rathauses. Andererseits haben solche Nebenfiguren für mich auch den Charme des Buches ausgemacht. Nicht zu vergessen Hund Öchsle, den ich von der 1. Erwähnung an ins Herz geschlossen hatte. :-)
Das Buch ist sehr schnell und angenehm zu lesen. Für mich als Würzburgerin ist es schön, die ganzen genannten Örtlichkeiten zu kennen und in Gedanken mit den Agierenden abzulaufen. So wurde die Geschichte für mich viel lebendiger als in Büchern, die an mir unbekannten Orten spielen.
Für Leute, die die Würzburg-Romane von Rausch kennen und mögen, sind diese Bücher bestimmt ebenfalls interessant. Dabei möchte ich aber nicht sagen, dass sie sich ähnlich sind. Die Rausch-Romane sind von der Handlung her verzwickter, actionreicher und die dortigen Kommissare sind jünger, flotter ;-) und deren Privatleben wird viel mehr in die Geschichten eingebunden, da sie Familie und Partner haben im Gegensatz zu dem überzeugten Junggesellen Erich Rottmann.
Auf jeden Fall hat es mich wirklich auf den Geschmack gebracht und ich möchte nun auch die anderen Schoppenfetzer-Romane lesen.
Übrigens trinke ich trotz der fränkischen Gene keinen Wein! ;-)