Steven Wilson scheint sich bei bei keinem seiner Projekte so fallen zu lassen wie bei No-Man. Auch auf dem aktuellen Album schimmern weder Porcupine Tree, noch Blackfield durch. Und das obwohl auch Gavin und Colin für je einen Song aushelfen, die Produktion Wilsons Handschrift trägt, und die düstere verträumte Stimmung die Wilson so meisterhaft umzusetzen versteht, allgegenwärtig ist. Aber Tim Bowness Gesang ist schon sehr prägend. Und seine Texte sind, auch wenn sich Parallelen aufdrängen, doch eine andere Baustelle. Wer von Beiden wieviel komponiert hat, erfährt man nicht, aber auch hier dürfte Bowness eher den Löwenanteil beisteuern.
"Schoolyard Ghosts" erinnert stark an den Vorgänger. Die erste Hälfte wird von gut strukturierten Songperlen dominiert, meist spärlich aber wunderschön instrumentiert. Und vor allem nie überladen. Es kommen zahlreiche Instrumente zum Einsatz, die aber immer viel Raum genießen, bevor sie dem nächsten weichen. Laut wird es allenfalls mal für 30 Sekunden zwischendurch, um anschließend um so eindrücklicher Stille erzeugen zu können.
Zum Ende hin wird das Album dann, wie eben auch auf "Together we re Stranger" schon, verschwommener, schleppender, unstrukturierter. Manch Einer mag auch sagen langweiliger, aber No-man ist eben nicht Blackfield, wo von vorn bis hinten Vierminüter mit Traummelodien aneinandergereiht werden. No-man ist auch experimentel bis hin zum Jazz, schwermütig und auch mal unbequem.
Wunderschönes Album, wenn auch sehr berechenbar. Der Vorgänger läßt grüßen.