Jack Black steht für abgedrehte Comedy mit einer "Message". Nach "Shallow Hal" und "Orange County" ist "School of Rock" wohl bislang Blacks erfolgreichster Film; zu recht! Der "Tasmanische Teufel", wie er von seinem Regisseur Richard Linklater genannt wurde, schafft den Spagat zwischen Persiflage auf und götzengleicher Verehrung des (Hard) Rock spielend. Wer jemals in seinem Leben irgendeine Form von Metal gehört hat, wird sich in Jack Blacks Dewey Finn mit Sicherheit wiedererkennen.
Zur Geschichte: Dewey Finn, gespielt von Jack Black, ist ein Verlierer mit einer unendlichen Faszination für die musikalisch härtere Gangart mit allem was dazugehört. Von seiner Band aufgrund übermäßigen Posens kurz vor einem wichtigen Musikwettbewerb rausgeworfen und von seinen "Vermietern" finanziell unter Druck gesetzt, sieht er sich gezwungen, einen Job als Aushilfslehrer an einer Elitegrundschule anzunehmen, der eigentlich für seinen Mitbewohner bestimmt war. Als Dewey das musikalische Talent seiner Klasse entdeckt, beschließt er, die Kinder für seine Zwecke auszunutzen und mit ihnen als seine neue Rockband bei dem musikalischen Wettstreit mitzuwirken. Doch das gestaltet sich gar nicht so einfach, da die Kids nur in klassischer Musik geschult sind...
Mike White und Jack Black (das paßt ja!) geht es nicht darum, eine kunstvoll arrangierte Story zu schaffen, um damit das Publikum zu verblüffen. Das ist auch nicht Sinn des Films. School of Rock ist eine Hymne auf den Rock und will auch so verstanden werden; und das ist durchaus mehr als nur gelungen. So sind Deweys total überzogene Metal-Posen wie das Stage Diving und das Auf-dem-Boden-Herumwälzen beim Gitarrensolo auch nicht als Verhöhnung aller Rock-Jünger zu verstehen, sondern als augenzwinkernder Blick auf die einzige Musikrichtung, die ihre Anhänger dazu bewegen kann, sich mit nacktem Oberkörper vor den Spiegel zu stellen und bei voll aufgedrehter Anlage Luftgitarre zu spielen. Jack Black, der ja persönlich selbst in der Rockband "Tenacious D" spielt, gelingt es dabei mühelos, die Begeisterung nicht nur auf die Kinder im Film, sondern vor allem auf den Zuschauer zu übertragen. Ein Übriges trägt dazu natürlich noch der hervorragende Soundtrack bei, der mit den Abräumern von The Who, Led Zeppelin, Metallica und dem stark AC/DC beeinflußten Titelsong den Zuschauer mitzureißen versteht.
Die DVD glänzt darüber hinaus mit so einigen Extras. Das Menü ist (inkl. Hintergrundmusik - Queens of the Stone Age????) richtig cool aufgezogen, obwohl zugegeben an manchen Stellen etwas unübersichtlich. Als Extras winken zwei verschiedene Audiokommentare - einmal mit Black, einmal mit den Kindern -, eine Art Making of (Black und die Kids interviewen sich gegenseitig!), ein Filmtagebuch - wiederum einmal von Black, einmal von den Kindern -, Trailer, das Video zum School of Rock Song, Zugang zur filmeigenen Webpage (mit Dewey Finns Rock History aus dem Film) und eine etwas andere Frage an Led Zeppelin; insgesamt noch einmal locker über eine Stunde witziges und wissenswertes Material über den Film.
School of Rock überzeugt auf ganzer Linie sowohl musikalisch als auch komödiantisch, ohne jemals so dämlich und flach zu wirken, wie z.B. "Airheads" oder "Singles". Jack Black ist als Metalhead Dewey wirklich sein Geld wert und dürfte mit diesem Knaller viele neue Fans für sich gewinnen. Für eine Gesamtbewertung von School of Rock bringen es AC/DC wohl am besten auf den Punkt: "for those about to ROCK, we salute you!"