Eigentlich wollte ich das Buch nicht lesen. Ich dachte "Selbstverletzung", das betrifft mich nicht. Da es aber um Mutter und Tochter ging und ich im Moment ein Problem mit meiner Tochter habe, war ich doch interessiert und habe das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen. Ich habe es an einem Abend ausgelesen und war verblüfft. Die Beschreibungen der Mutter waren mit meinen Empfindungen und Erlebnissen so ähnlich, fast identisch. Ich hätte das alles genauso schreiben können. Dann die Beschreibungen der Tochter. Sie waren für mich eine erschreckende Erkenntnis. Wir, mein Mann und ich, machen uns schon lange Gedanken, warum das so ist. Was geht in unserer Tochter vor? Wir lieben sie, haben nur sie und machen alles, nehmen uns immer wieder selber zurück. Doch wir haben das Gefühl, es kommt nichts an. Unser Tochter ist allerdings längst aus der Pubertät raus, sie ist 25 und lebt nicht mehr bei uns. Doch es verfolgt uns trotzdem (seit Jahren), selbst aus dem Ausland, wo sie ein Jahr als Au Pair tätig war. Wir wissen, sie muss eine Therapie machen. Nur das können wir nicht erzwingen,das muss sie selber wollen. Die Therapie kommt mir im Buch allerdings zu kurz. Wie kommt es, dass man so tickt und wie ist es heute, das Vehältnis von Mutter und Tochter? Wie ist die Psyche der Tochter? Gibt es Hoffnung?
Ich bin trotzdem froh, dasss ich das Buch gelesen habe. Zumindestens kann ich in Etwa erahnen, wie es in meiner Tochter aussieht. Für Nichtbetroffene ist das alles nicht nachvollziehbar und sie können dem Buch sicher wenig abgewinnen.