Was ist die Schlüsselaussage?
Ausgehend von der allem Lean Thinking zugrundeliegenden Wartezeit in Prozessen (MUDA = Verschwendung) wird die Wartezeit bei Prozessänderungen bzw. Maschinenumstellungen als Auslöser für die Anwendung von SMED (Single Minute Exchange of Dice; freie deutsche Übersetzung: Rüsten im einstelligen Minutenbereich) aufgeführt.
Wie unterstützt das Buch die Lean Knowledge Grundlagen?
Die Methode SMED (Single Minute Exchange of Die) wird in Verbindung weiterer notwendiger Lean-Methoden (5S) sowie Qualitätsmangementtechniken (Pareto-Prinzip) sehr gut aus Praktikersicht beschrieben. Es wird das Nötigste beschrieben und mittels unterschiedlicher Farben (schwarz = Standardtext, blau = Tips, Highlights) klar dokumentiert (ein wenig erinnert es an Shadow Boards oder Bodenmarkierung, auch dort weiß jeder wohin sein Augenmerk zu richten ist!).
Was sind die Highlights? Was funktioniert?
Trotz der knapp gehaltenen Ausführungen ist es den Autoren gelungen, zwei beispielhafte SMED-Projekte aus dem Medizin- und klassischen Produktionsumfeld zu geben. Ohne Erfolgsgeschichten lassen sich oft Beteiligte in Produktionsprozessen nicht -oder schwierig- für die Machbarkeit der Methode begeistern, und die beiden beschriebenen erfolgreichen Umsetzungen zeigen, dass es erstens geht und zweitens erfolgreich ist SMED-Aktionen durchzuführen.
SMED lässt sich übrigens in allen Situationen mit Warteschlangen anwenden und bestes Beispiel wären hier z.B. die Einrichtung von Scanner-Kassen in Supermärkten vor einigen Jahren, die den Prozess der Preiseingabe und gleichzeitige Inventarisierungsüberwachung, automatische Bestellauslösung wesentlich verkürzten und jedem von uns bekannt -wenn auch nicht unter SMED;-)- sein dürften.
Was sind die Schwächen? Was fehlt?
Aufgrund der Kürze des Buches wäre es wünschenswert, wenn mit der 2. Auflage eine ausführliche Liste mit qualifizierten weiterführender Literatur für den Praktiker aufgenommen wird (es wird lediglich auf drei Standardwerke verwiesen; warum nicht auch Verweis auf entsprechende Websites, die sich mit dem Thema beschäftigen?). Dann gewinnt dieses Werk noch mehr an Relevanz für den deutschsprachigen Raum, da es bislang wenig deutschsprachige Literatur im Bereich Lean Production bzw. Lean Thinking gibt.
Wie sollte man es lesen, um das meiste herauszuholen?
Das Buch mit knapp 90 locker geschriebenen Seiten lässt sich in einem Zug lesen, insbesondere da eine enge Verknüpfung mit Episoden aus der Praxis der Autoren geboten wird. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann gezielt zu einem Thema nachgelesen werden.