Günter Schulte scheint kein trockener und weltenthobener Philosoph zu sein. Er bietet einen Überblick der Philosophiegeschichte in riesengroßen Schritten. Vieles wird kurz angerissen, einige Philosophen werden gar nicht erwähnt, doch das macht nichts. Die Frage an ein solches Buch ist nämlich: Soll Wissen über Philosophie vermittelt werden oder soll Philosophie verständlich werden? Viele einführenden Philosophiebücher haben einen stark methodisch-didaktischen Impetus. Man merkt als Leser, da wird dem Unkundigen das große Wissen Portion für Portion beigebracht und zum Schluss weiß er sowieso nicht viel. Günter Schulte macht dies anders. Er, so könnte man es formulieren, malt ein Bild. Günter Schulte ist nämlich auch Maler und Bildhauer. Der Leser kann sich vor dieses Kunstwerk stellen und es betrachten, der Schnellkurs gibt ihm einige Hinweise zu den Details dieses Kunstwerks, doch die Muße, die Neugier, die Lust am Schauen kann keine Einführung der Philosophie ersetzen. Und genau daher ist dieser Schnellkurs eine hervorragende Einführung in die Philosophie, sie ist einseitig, sie ist kurz, aber sie macht Spaß, immer wieder kann man dieses Kunstwerk betrachten und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn Günter Schulte verbildlicht die Philosophie, indem er zahlreiche Bilder aus der Kunstgeschichte quasi als Erläuterung mit der Philosophiegeschichte verwoben hat.
Schnellkurs Philosophie hat seine Schwächen, die werden jedoch von der lebendigen Art der Darstellung aufgehoben.