Dieses Buch erfüllte meine Erwartungen leider nicht sehr. Schon der Titel ist falsch. Es geht hier um eine Theorie (eigentlich um viele Theorien), die von einer variablen Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ausgehen. Dieser zweifelsohne interessante Ansatz ursprünglich als Gegenentwurf zur Inflationstheorie entwickelt wird allerdings nur am Rande behandelt. Das eigentliche Hauptthema dieses Buches ist ohne jeden Zweifel allerdings das Ego des Autors.
Herr Joao Magueijo teilt uns Lesern ein ums andere Mal mit, wie sehr er das Establishment verabscheut, wie wenig er mit seinen Kollegen auskommt, die entweder schon senil oder seiner Meinung nach feige sind neue Wege zu gehen oder eben schon Teil des verhassten Establishments, wie sehr er die Bürokratie im Wissenschaftsbetrieb verabscheut und sich deshalb ihrer entzieht, wie er die Vorgehensweise der einschlägigen Wissenschaftsblätter bei der Begutachtung von Veröffentlichungen verachtet usw. osf. .
Dies alles ist im Fokus dieses Buches.
Scheinbar um einen verbindenden Kontext zu erzeugen wird immer wieder einmal auf die Entwicklung der VSL (variable speed of light) Theorien eingegangen. Allerdings kommt hier hinzu das Herr Magueijo zwar im ersten Teil des Buches recht gut auf die spezielle Relativitätstheorie sowie auch auf die allgemeine Relativitätstheorie eingeht und ein paar anschauliche Beispiele liefert, die mir bis dato neu waren, sich allerdings zunehmend weniger Mühe in dieser Hinsicht gibt und lieber - wie schon erwähnt - sein eigenes Ego, seine anarchistische Selbstdarstellung erörtert. Mich langweilte das sehr.
Als positives Gegenbeispiel für ein wirklich gutes populärwissenschaftliches Buch sehe ich z.B. "Das elegante Universum" von Brian Greene. Hier handelt es sich um einen tiefen Einblick in die Stringtheorie (M-Theorie).