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Mafiathriller: Wie langweilig ist das denn! Doch der Amerikaner Josh Bazell verleiht dem Hypegenre der letzten Jahre mit seinem Debütroman tatsächlich neuen Schwung. Zum einen durch seinen ungewöhnlichen Icherzähler: Peter Brown ist ein zynischer Ex-Mafioso, der dank Zeugenschutzprogramm mittlerweile als Arzt arbeitet; ein Beruf, der dem des Killers an Brutalität in nichts nachsteht. Als Dr. Brown eines Tages einen alten Mobster-Kollegen behandelt, fliegt seine Deckung auf, und zwischen OP-Tisch und Chefarztvisite muss er sich mit seiner blutigen Vergangenheit herumschlagen. Zweiter Pluspunkt: Josh Bazell pflegt einen Schreibstil, der eher nach Quentin-Tarantino-Drehbuch als nach Krimi-Einheitskost klingt. Bitterböse, extrem explizit und zugleich irre komisch sind die Beschreibungen des Klinikalltags und die Rückblenden in Peter Browns Auftragsmörderdasein. "Alle lieben Notrufe", lässt Bazell seinen Helden sagen, "weil man sich dann aufführen kann wie im Fernsehen. Wenn man nicht dazu kommt, an den Defibrillatorpaddeln ,Zurück!' zu schreien, kann man vielleicht wenigstens den Beatmungsbeutel drücken." Ganz klar: Nach diesem Roman möchte man definitiv lieber zur Mafia als jemals wieder in irgendein Krankenhaus eingeliefert werden. (jul)
Kurzbeschreibung
Pietro ist clever und smart und war Killer für die New Yorker Mafia. Er stieg aus und glaubt sich sicher – er ist erstens im Zeugenschutzprogramm und zweitens Arzt in einem Krankenhaus. Bis einer der alten Feinde eingeliefert wird. Diagnose: Krebs im Endstadium. Wenn er stirbt, ist Pietro geliefert. Die nächsten acht Stunden im Tollhaus der Klinik werden zum atemlosen Wettkampf um sein Leben...»Schneller als der Tod« ist ein adrenalingeladener Thriller mit Dialogen, so scharf geschliffen wie ein Skalpell. Josh Bazell schreibt extrem cool und schockierend unterhaltsam – so zynisch und komisch, als hätte Tarantino bei Dr. House Regie geführt.
