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Schneller als die Lichtgeschwindigkeit. Der Entwurf einer neuen Kosmologie
 
 
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Schneller als die Lichtgeschwindigkeit. Der Entwurf einer neuen Kosmologie [Gebundene Ausgabe]

Joao Magueijo , Hainer Kober
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (18. Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570005801
  • ISBN-13: 978-3570005804
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 901.196 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Spannend, lehrreich, witzig: Magueijo zeigt die Welt der Wissenschaft als Welt der Wissenschaftler, voller Rangeleien um Geld und Einfluss, voller Exzentrik, Eitelkeit und jahrelangem Sich-Mühen. Banalität und Genialität sind enge Nachbarn und oft nicht zu unterscheiden. Mittendrin der Autor selbst mit einer revolutionären Theorie über das Universum: Empfehlung.

Als Magueijo den Gedanken einer nichtkonstanten Lichtgeschwindigkeit zum ersten Mal äußert, entsteht in der Runde junger Kosmologen, in der sonst jede Verrücktheit ausgesprochen werden darf, ein Schweigen, als hätte er einen peinlichen Witz erzählt und man geht still auseinander. Er hatte gewagt, das Undenkbare zu denken. Der Autor kultiviert die Geste des Jungen Wilden, schimpft auf Britanniens Bürokraten, arrogante amerikanische Kollegen und verhöhnt die grassierende Political Correctness. Aber er erzählt auch staunenswerte, erhellende Geschichten, wie die von Einsteins Fehlern oder die eines dänischen Malers, der das Malen in Paris für seine zweite Leidenschaft, die Kosmologie, aufgibt und es dank Genie ohne Studium zum Physikprofessor in Toronto bringt.

Möglicherweise werden Sie -- wie der Rezensent -- auch nach der Lektüre nicht völlig verstanden haben, was es bedeuten würde, behielte der Autor Recht, und die Lichtgeschwindigkeit wäre tatsächlich nicht immer gleich. Aber Magueijo schafft es, uns eine sehr lebendige Vorstellung davon zu vermitteln, wie auf dem Gebiet der Kosmologie Theorien aufgestellt, weltweit von vielen Köpfen geprüft und dann bestätigt oder wieder verworfen werden. Er nimmt auch den wenig Physikerfahrenen mit auf eine Reise ans Ende des Universums und -- streng genommen sogar noch darüber hinaus. --Michael Winteroll

Spektrum der Wissenschaft

Wie der Autor erzählt, hat ihn als Halbwüchsigen das Buch "Die Evolution der Physik" von Albert Einstein und Leopold Infeld für die Naturwissenschaft gewonnen. In dem in den 1950er Jahren erschienenen Werk geht es um zwei wissenschaftliche Revolutionen - von "Paradigmenwechsel" sprach wenig später der Wissenschaftshistoriker Thomas S. Kuhn -, die fast gleichzeitig unter Einsteins aktiver Mithilfe stattfanden: Seine Allgemeine Relativitätstheorie entthronte Newtons Gravitationstheorie und damit die klassische, jahrhundertelang unangefochtene Grundlage jeder physikalischen Theorie des Kosmos. Auch an den Anfängen der Quantentheorie wirkte Einstein entscheidend mit, weigerte sich aber später im Gegensatz zur Mehrzahl der Physiker, die Konsequenzen dieser zweiten Umwälzung zu akzeptieren.

Durch Einstein und Infeld zur Physik verführt zu werden ist nicht ohne Risiko: Erstens erweckt ihre ungemein geschickte und eingängige Darstellung - ohne eine einzige mathematische Formel - den Eindruck, jedes Kind könnte die neueste Physik verstehen; und zweitens wird der Leser auf die Idee gebracht, für die heutige Naturforschung seien Revolutionen im Fünfjahresrhythmus typisch. Doch die meisten Forscher treiben ihr Leben lang das, was Kuhn "normale Wissenschaft" nennt: Sie ergänzen Details, feilen an Nuancen und machen gelegentlich sogar größere Entdeckungen, die aber deswegen noch lange nicht revolutionär sein müssen.

João Magueijo - er lehrt nach Aufenthalten in Berkeley und Princeton nun Theoretische Physik am Londoner Imperial College - hat sich offensichtlich mit dieser Tatsache niemals abgefunden. Er möchte als Umstürzler in die Wissenschaftsgeschichte eingehen und rüttelt darum keck am Fundament der Relativitätstheorie, indem er die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit - der unüberwindlichen Höchstgeschwindigkeit für jegliche Bewegung - infrage stellt.

Seine VSL-Theorie (für "Varying Speed of Light") gibt eine originelle Antwort auf die Frage, warum das Weltall heute allen Beobachtungen zufolge im Großen so überaus homogen ist, obwohl es der Urknall eigentlich in separate, völlig unzusammenhängende Fetzen hätte zerreißen müssen. Die Kosmologen sprechen vom Horizontproblem: Jeder Beobachter innerhalb einer bestimmten Raumregion sieht nicht weiter, als das Licht Zeit hatte, bis zu ihm zu gelangen. Beispielsweise war der Horizont ein Jahr nach dem Urknall nur ein Lichtjahr groß - ein Bruchteil der damaligen Größe des Universums. Demnach müsste das Universum heute ein Patchwork aus unzähligen voneinander abgekoppelten Bereichen mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften sein - ist es aber nicht.

Die gängige Lösung des Horizontproblems heißt kosmische Inflation: Unmittelbar nach dem Urknall blähte das All sich derart rapide auf, dass der expandierende Raum selbst das Licht überallhin mitnahm. Eine Ameise, die über einen Ballon läuft, der gerade aufgeblasen wird, kommt auch schneller voran, als sie ihrer Natur nach laufen könnte. Die Physiker postulieren als Ursache der Inflation ein damals wirksames, stark abstoßendes "Inflaton"-Feld. Magueijo hingegen propagiert stattdessen die ketzerische Idee, damals sei die Lichtgeschwindigkeit um einen riesigen Faktor größer gewesen als heute.

Eine so radikale Änderung des Weltbildes ist allerdings ein Preis, den kaum ein Physiker zu zahlen bereit ist, um eine Erklärung für ein spezielles kosmologisches Problem zu bekommen. Das Inflatonfeld ist eine typische Ad-hoc-Lösung für das Horizontproblem, während Magueijo dafür gleich die gesamte Physik umstürzen will. Er gleicht einem Vabanquespieler, der alles auf eine Karte setzt, indem er inmitten einer Phase "normaler Wissenschaft" behauptet, Prophet der nächsten wissenschaftlichen Revolution zu sein.

Nun kann es durchaus spannend sein, einem Spieler bei dem Versuch zuzusehen, die Bank zu sprengen, und über weite Strecken ist es auch höchst vergnüglich, Magueijos Buch zu lesen. Man erlebt mit, wie der "normale" Forschungsbetrieb - gleichsam der Croupier in diesem Wissenschaftsroulette - sich gegen die Zumutung eines Newcomers wehrt, der selbst an der Roulettescheibe drehen möchte.

Weniger Spaß macht, dass Magueijo ein schlechter Verlierer ist. Weil die meisten Physiker verständlicherweise nicht ohne weiteres bereit sind, die wichtigste Naturkonstante der Kosmologie zur freien Disposition zu stellen, beginnt er auf den Forschungsbetrieb zu schimpfen. Er kokettiert mit der Rolle des Enfant terrible, benimmt sich aber oft nur kindisch. So bezeichnet er die Wissenschaftsredakteure von "Nature" und "Physical Review" als unfähig, weil sie seine Arbeiten nicht oder nur zögernd abdruckten. Ob man seine Mutmaßungen über die "Impotenz" wissenschaftlicher Kontrahenten witzig findet oder seinen Vorschlag, das "M" in M-Theorie - einer Weiterentwicklung der Stringtheorie - als Kürzel für Masturbation zu deuten, ist Geschmackssache.

Mit manchem wird er freilich Zustimmung finden. Viele Forscher sind wie er unzufrieden mit dem schwerfälligen "Peer-review"-Verfahren, bei dem Gutachter, die oft wissenschaftliche Widersacher sind, über die Publikation einer Arbeit entscheiden. Doch Magueijo vertritt die radikale Alternative: völlige Abschaffung jedes Prüfverfahrens; jeder soll nach Belieben veröffentlichen können. Damit müsste jeder für sich herausfinden, was in der wissenschaftlichen Literatur haltlose Spekulation ist und was nicht - eine grässliche Idee.

Als locker geschriebener Erlebnisbericht eines antiautoritären Theoretikers gibt das Buch unterhaltsame Einblicke in den heutigen Forschungsbetrieb; als parteiisches Plädoyer für Magueijos eigene Theorie ist es mit großer Vorsicht zu genießen. Sofern es den Eindruck erweckt, die Wissenschaft sei in Konventionen erstarrt und sperre sich prinzipiell gegen alles Neue, ist das Buch sogar schädlich. Denn damit adelt es jeden Anhänger einer närrischen Idee zum wissenschaftlichen Märtyrer. Rezensent: Michael Springer

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Übliche 18. Mai 2003
Von Ein Kunde
Es gibt mittlereweile Hunderte von diesen populären Physikbüchern.
Leider schreibt jeder vom anderen ab und so wird ein und dasselbe Weltbild immer nur mit anderen Worten beschrieben. Die Idee VSL ist
zwar durchaus nicht neu, aber es war zu hoffen, dass der Autor seine Idee fundiert darlegt. Fehlanzeige. Der Autor ist vorrangig bemüht, sich selbst in Szene zu setzen (nach dem Motto: "Ich bin zwar einer von euch, aber ich bin ein Genie!") und beleuchtet die VSL nur am Rande. Wer nicht aus der Science Community kommt mag beeindruckt sein, die Insider lesen zwischen den Zeilen und erkennen das übliche Vorgehen. Jemand, der mal schnell in die M-Stringtheorie oder mal kurz in die Loop-Theorie eintaucht, alles überblickt und nebenbei ein paar Theorien auf dem Level der GRT durchrechnet, ist entweder wirklich genial (dann schreibt er aber nicht solche mittelmäßigen Bücher) oder ziemlich oberflächlich und überheblich. Mich hat das Buch in seinem Wesen an Linus Torvalds Buch (EDV) erinnert (zu früh populär geworden, zu einfach das Leben, zu einfach die Lebensphilosophien).
Die Original-Paper (in den Online-Archiven) von Magueijo et al. sind recht gut geschrieben, setzen aber natürlich viel Fachwissen über Kosmologie voraus.
Resumee: Unterhaltsam, ähnlich wie andere Bücher zu dem Thema (P.Davies und Co.), aber das Besondere nicht herausgearbeitet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Um es gleich vorwegzunehmen: das Buch beschreibt nicht (oder nur am Rande) die VSL (variable speed of light) Theorie an sich, sondern vielmehr ihre Entstehung und Entwicklung aus der Sicht eines jungen, rebellischen Physikers. Ich habe das Buch in zwei Nächten verschlungen - nicht weil ich so fasziniert von der VSL Theorie war sondern weil ich einen sehr unterhaltsamen, wissenschaftlichen Roman über die Hintergründe (und Abgründe) heutiger institutionalisierter Forschung gelesen habe. Erst in der zweiten Hälfte des Buches kommt die VSL ins Spiel - dennoch ist die Erste Hälfte nicht bloße Seitenschinderei. In keinem Buch habe ich die Grundgedanken der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie so verständlich beschrieben gesehen.
Wer wirklich etwas über VSL selbst erfahren möchte sollte zu weitergehender Literatur greifen. Für jeden, der gerne ein unterhaltsames Buch nahezu ohne jegliche mathematische Formeln lesen möchte bestimmt ein Glücksgriff.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterhaltsam 28. August 2003
Von thsteffen
Mir persönlich hat das Buch gut gefallen und ich kann es bedenkenlos weiterempfehlen. Zwar wird die Theorie die der Autor entwickelt hat eher oberflächlich behandelt, aber das ist wohl der Tribut den der Autor eines populärwissenschaftlichen Buches zu zahlen hat. Eventuell kommt es mir als Ex-Physik-LKler und Bald-E-Technik-Student auch nur so vor als sei die Materie oberflächlich abgehandelt. Wenn zu Beginn des Buches die Relativitästheorie noch einmal "kurz erklärt" wird, langweilt mich das eher, während es dem unbedarften Laien doch einiges abverlangt.

Besonders gut hat mir an dem Buch gefallen dass es sehr persönlich, emotional und teilweise witzig geschrieben ist und einen interessanten Einblick in die Welt der wissenschaftlichen Forschung gibt. Physikalisches Vor/Fachwissen ist nicht erforderlich um seine Freude an dem Buch zu haben, um das Buch zu verstehen. Spass haben wird aber wohl nur derjenige der sich (wenigstens ein bischen) für Themen wie Universum/Urknall/Relativitästheorie/Phsik/wissenschaft. Forschung etc. interessiert.

Fazit: Unterhaltsam und auch für Physik-Unbedarfte zu empfehlen!

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