der vor allen Dingen uns Frauen viel abverlangt, doch auch viel gibt - störend ist allerdings, dass Alice Schwarzer sich immer selbst in der Rolle der Romy Schneider sehen will - "wie würde ich mich jetzt an ihrer Stelle in dieser Beziehung zu diesem chauvinistischen Mann verhalten?" oder "kann man die Rolle der Sissi nicht freier, moderner, feministischer anlegen" - nun gut, das sind Fragen, die ich mir auch seit jeher gestellt habe, immer noch stelle. Aber wenn die Schwarzer abgelegte Kleider von der Schneider anzieht, und sich dann darüber wundert, das die Nähte platzen - also ich weiß nicht, ich find's ein kleines bißchen unseriös. Natürlich will sie sich in das Seelenleben der zerquälten und verfolgten Romy Schneider hineinversetzen, aber Alice Schwarzer quält sich doch selbst, wenn sie immer solche Sachen fragt wie "bin ich schön genug?" "kann ich mit den anderen attraktiven Frauen mithalten?"
Außerordentlich gut geraten finde ich ihr Kapitel über Romy Schneiders lebenslange Besessenheit mit Zigarettenbildchen (Romy hatte Portraits von ihrer Mutter Magda Schneider, dem Ufa-Star, immer nur als Zigarettenbildchen, weil diese Schnappschüsse ablehnte!)
Alles in allem sauber recherchiert, Chapeau!