Dieses Buch enthält eigentlich alle Zutaten eines schaurig, packenden Kriminalromans.
Angefangen mit der ermittelnden Hauptfigur Léonard „Chib" Moreno, der zurückgezogene Körperpräparator in der schönen Kulisse Südfrankreichs, der sich zuerst unwillig in den Verlauf von äußerst grausamen Vorkommnissen einer sich immer mehr zuspitzenden Tragödie der vorerst wohlsituiert erscheinenden Familie Andrieu einläßt. Hier wird von der Autorin auch kein Aspekt von den größten Verbrechen an Menschen ausgelassen: Von Ehebruch, Kindesmißhandlung und -mißbrauch, blasphemischer Leichenschändung bis zu zahllosen Morden auf teilweise bestialische Art.
Das gesamte Buch ist so lebendig erzählt mit etlichen amüsanten zynischen Dialogen, so daß einem kaum der Appetit am Weiterlesen vergeht durch im Lesefluß leicht aufhaltende Grammatikfehler, nicht immer stetige Detailtreue sowie langatmiges Eintauchen in die verwirrenden Gedanken der Hauptfigur Moreno.
Auch wenn ich dieses Buch mit Freude verschlungen und von allen schockierenden Ereignissen klatschnasse Hände bekommen habe, bleibt ein schlechter Nachgeschmack übrig: 1. übertriebene, überflüssige Gefühlsdusseleien und 2. eine für mich zu mangelhafte Schlußfolgerung und Aufklärung zum Täter.